French Comic-Pirates help increasing Comicbook-Sales

Morgen startet in Angoulême das wichtigste Internationale Comics Festival (und Arte zeigt heute Abend deshalb Persepolis und Waltz with Bashir sowie die Doku Comics ziehen in den Krieg, aber darum soll's hier nur am Rande gehen), anlässlich dazu hat die Pariser Monitoring-Behörde Le MOTif („Observatoire du livre et de l’écrit en Ile-de-France“) eine Studie zur Comic-Piraterie herausgegeben. Und die kommt (auch bei den physischen Manga-Kopien) zu einem klaren Ergebnis: Piraterie von Comics stützt und fördert den Absatz derselben. Ganz große Überraschung!

Die Aktivitäten der Scan-Szene erreichen fast schon industrielle Strukturen: in der Regel arbeiten die Raubkopierer in Teams von bis zu 100 Personen. Dabei geht es offenbar vor allem um die Selbsthilfe von passionierten Comic-Fans. Denn 58 Prozent der betroffenen Titel waren zum Zeitpunkt ihrer Verbreitung über Internet-Tauschbörsen oder Streaming-Portale weder digital noch im Print in Frankreich lieferbar. Die Comic-Piraten befriedigen also eine Nachfrage, für die es noch kein entsprechendes Angebot gibt. Doch auch andere Elemente der Copycat-Kultur dürften Kritikern illegaler Downloads dabei deutlich den Wind aus den Segeln nehmen. Denn bei Mangas etwa sind die Raubkopierer sogar als Übersetzer tätig – aktuelle japanische Serien landen somit ohne große Verzögerung auf dem franzöischen Markt, manchmal sogar mit erklärenden Fußnoten. Weltweit kommt die Grande Nation beim Manga-Konsum nach Nippon auf Platz zwei.

Den französischen Verlagen ist die „Vorfeldarbeit“ der Piraten offenbar gar nicht so unlieb. Denn Einnahmeverluste werden nicht verzeichnet – ganz im Gegenteil. Nicht nur die Zahl der Raubkopien steigt, sondern auch der Absatz offizieller Printversionen. Gerade die Bestseller am Kiosk oder in der Buchhandlung gehören zu den am meisten via Peer-to-Peer-Netzwerken verbreiteten Inhalten. Vielleicht auch deshalb, weil die Sprechblasen-Piraten auf der anderen Seite des Rheins einen ganz besonderen Ehrenkodex pflegen. Sobald ein Comicbuch kommerziell verlegt wird, ziehen sie die inoffiziellen elektronischen Versionen zurück.

Französische Comic-Piraten scannen mehr als 30.000 Titel ein – Verlagsbranche profitiert davon, French Comics Pirates Scan 30,000+ Titles, Offer Translations