Podcast: 10 Jahre Guantanamo (plus: The Torturers Apprentice)

Gepostet vor 5 Jahren, 6 Monaten in #Misc #History #Podcasts #Terrorism #Torture #War

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Ich höre grade den HR2 Der Tag-Podcast zum 10jährigen Bestehen von Guantanamo: 10 Jahre Guantanamo – Der Kerker als Falle (MP3).

Guantanamo: das ist der exterritoriale US-Stützpunkt auf Kuba, das Lager, wo normales Recht nicht gilt. Dorthin wurden vor zehn Jahren die Männer in den orangenen Anzügen verbracht und in Drahtkäfige gesperrt, oftmals ohne Aussicht auf ein ordentliches Gerichtsverfahren. Als Barack Obama an die Macht kam, hatte er vollmundig versprochen, das Gefangenenlager zu schließen. Dieses Versprechen hat er nicht gehalten. Noch 171 Männer sind derzeit in Guantanamo inhaftiert, ursprünglich waren es 775. Nur sechs Gefangene wurden verurteilt, die beiden letzten Freigekommenen traten ihre Reise im Leichensack an. Obama könnte als erster US-Präsident in die Geschichte eingehen, unter dem im US-Recht eine unbefristete Inhaftierung ohne Gerichtsverfahren verankert wurde.

Die spannendsten Artikel, die ich seit gestern Abend zum Thema gelesen habe: Der Text von Lakhdar Boumediene im Guardian, Mitarbeiter einer NGO, der in Bosnien von der amerikanischen Armee entführt und sieben Jahre in Guantanamo eingesperrt und gefoltert wurde: „I still had faith in American justice. I believed my captors would quickly realize their mistake and let me go. But when I would not give the interrogators the answers they wanted — how could I, when I had done nothing wrong? — they became more and more brutal. I was kept awake for many days straight. I was forced to remain in painful positions for hours at a time. These are things I do not want to write about; I want only to forget.“

Und ein fantastischer Aufsatz von Cullen Murphy im Atlantic über die Geschichte der Folter. Im Text spinnt er die Historie von Verhörverfahren und Folter ausgehend von Umberto Ecos „Der Name der Rose“ und der historischen Figur des Bernard Gui. Unbedingt lesen, sehr großartig!

From time to time, exhibits of torture instruments go on tour. The effect is oddly Disneyfied—a theme-park view of interrogation. The very names of the instruments reinforce a sense of distant fantasy: Brazen Bull, Iron Maiden, Judas Cradle, Saint Elmo’s Belt, Cat’s Paw, Brodequins, Thummekings, Pilliwinks, Heretic’s Fork, Spanish Tickler, Spanish Donkey, Scold’s Bridle, Drunkard’s Cloak. They could just as easily be the names of pubs, or brands of condoms, or points of ascent on a climbing map.

The Inquisition rarely resorted to these specific instruments. It relied on three different techniques, all of them used today. Before a session began, the person to be interrogated would be brought into the torture chamber and told what was about to be done. The experience of being in conspectus tormentorum was often enough to compel testimony. If not, the session commenced. A physician was generally in attendance. Meticulous records were kept; the usual practice was for a notary to be present, preparing a minutely detailed account. These documents survive in large numbers; they are dry, bureaucratic expositions whose default tone of clinical neutrality is punctuated matter-of-factly—“Oh! Oh!”—by quoted screams.

Torturer’s Apprentice – The new science of interrogation is not, in fact, so new at all: “extraordinary rendition” and “enhanced interrogation” and “waterboarding” all spring directly from the practices of the medieval Roman Catholic Church (via Reddit)

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