Interview mit Douglas Coupland: Media, Zeitgeist and the Web

Ich höre grade ein superinteressantes Interview mit Douglas Coupland auf SFs Sternstunden der Philosophie, hier das MP3 (55,4MB), in dem er über aktuellen Zeitgeist, Technologie und Medien spricht: „Juri Steiner spricht mit Douglas Coupland über McLuhan, den Medienguru und Wissenschafts-Popstar der Sechziger Jahre, mit dem ihn eine anatomische Besonderheit verbindet, und über die Einsamkeit im digitalen Zeitalter, die McLuhan mit seinen Thesen über die Einwirkung von Medien auf die sozialen Verhältnisse kaum überraschen würde.“

Wie würden Sie unsere aktuelle Zeit definieren?

Ich denke man kann sie unterschiedlich definieren, von innen oder von außen. Interessant an 2011 finde ich, dass unsere Zeit von keinem visuellen Stil geprägt ist. Wenn man in 20 Jahren, also 2031, ein Revival von 2011 lancieren wollte, gäbe es nichts, was man wiederbeleben könnte. Das ist seltsam. Es gibt keine typischen Frisuren, keine Kleidermode, nichts. Einzig vielleicht den iPod oder das iPhone und Interface, das scheinen die einzigen Charakteristika zu sein. Das Große, das unsere Zeit ausmacht, scheint in unseren Köpfen zu passieren. Vor allem in den letzten 5 Jahren kam es zu gewissen Traditionsbrüchen die neu sind für unsere Spezies. Unsere Wahrnehmung der Zeit, des Gemeinschaftssinns, der Politik, der Gesellschaft hat sich grundlegend verändert und zwar auf überraschende, unvorhersehbare Weise.