The Mushroom Death Suit

Das hier ist Jae Rhim Lee, Wissenschaftlerin und Künstlerin (und ich liebe es, wenn beides zusammenkommt!) Die Dame hat einen Anzug, den „Mushroom Death Suit“, entwickelt, in dem Pilze den eigenen Körper nach dem Tod maximal effizient zersetzen. Die Muster auf dem Anzug entsprechen den natürlichen Wachstumsmustern der Fungi und er ist angereichert mit Mineralien und getrockneten Pilz-Sporen, die den Zersetzungsprozess in Gang setzen. Den Pilz, der eigentlich totes Holz auseinandernimmt, trainiert sie grade in einem Labor mit sprichwörtlich eigener Haut und Haar.

The Suit is accompanied by an Alternative Embalming Fluid, a liquid spore slurry, and Decompiculture Makeup, a two-part makeup consisting of a mixture of dry mineral makeup and dried mushroom spores and a separate liquid culture medium. Combining the two parts and applying them to the body activates the mushroom spores to develop and grow.

Mehr Infos über den auf Zersetzung toter menschlicher Körper trainierten Pilz gibt es hier, das ganze Projekt ist Teil ihrer Decompiculture Society, die für Akzeptanz von Tod und Verwesung als natürlichen Prozess eintritt und hat für mich eine sehr persönliche Bedeutung.

Als mein Vater vor zwei Jahren starb, riet mir der Bestatter trotz meiner Nachfragen, den Leichnam nicht nochmal anzusehen, da durch das Gewicht – mein Papa war eher so der adipöse Typ – die chemischen Prozesse beschleunigt waren und der Körper wohl nicht mehr so ganz astrein aussah, um's mal vorsichtig auszudrücken. Ich willigte ein, denn man hört ja auf den Bestatter und allzu oft macht man solche Dinge ja gottseidank auch nicht. Das bereue ich bis heute. Ich hätte meinen Papa gerne nochmal gesehen, so wie er war. Tot, aber eben mein Papa. Hätte mir, denke ich, geholfen – aber das sind ohnehin Dinge, die jeder für sich selbst entscheiden muss und ich habe zum Tod selbst ein recht naturalistisches Verhältnis, so unfassbar er an sich auch sein mag.

Wie auch immer, die Dame hat jüngst auf der TED-Konferenz gesprochen, der Talk davon ist noch nicht online, sobald der kommt, reiche ich den nach. Bis dahin hier ein Vortrag von ihr am M.I.T., der inhaltlich wohl derselbe wie auf der TED-Konferenz sein dürfte, und hier noch ein Interview beim New Scientist: Designing a mushroom death suit (via Jason Kottke).

Tell me about the Infinity Burial Project that you're working on?
I am interested in cultural death denial, and why we are so distanced from our bodies, and especially how death denial leads to funeral practices that harm the environment - using formaldehyde and pink make-up and all that to make your loved one look vibrant and alive, so that you can imagine they're just sleeping rather than actually dead. The US government recently upgraded formaldehyde from a probable carcinogen to a known carcinogen, so by trying to preserve the body we poison the living.

So I was thinking, what is the antidote to that? For me the answer was this mushroom - the Infinity Mushroom. It is a symbol of a new way of thinking about death.

What exactly is an Infinity Mushroom?
I thought I could train a toxin-cleaning edible mushroom to eat my body. These mushrooms, which usually grow on wood and decaying material in the forest, can be trained to grow on pretty much any organic material and break it down. So I started collecting my hair, nails and skin so I could pick the best mushrooms to become Infinity Mushrooms, to recognise and eat my body after I die.