Northlanders Vol. 3 & 4

Northlanders ist eine fantastische Comicserie von Brian Wood, der dieser Tage bekanntgegeben hat, dass seine Wikinger von DCs Vertigo mit der 50. Ausgabe eingestellt werden. Fuck that! Er schreibt zwar auch, dass alle Handlungsfäden zusammengeführt und die Reihe damit zu einem runden Ende gebracht wird, dennoch schießen sie damit eine der besten Comicserien aus dem Verlag ab. Woods DMZ wird ebenfalls zur 72. Ausgabe beendet und sein Vertrag mit DC nicht verlängert. Ausführlicher in Brian Woods Tumblelog.

Ich lese Northlanders seit des Starts der Serie, eine – wie von Wood gewohnt – brillante Serie mehrerer in sich abgeschlossener Stories um Wikinger, die weit ab jeglicher Klischees eher den Beschreibungen mittelalterlichen Alltagslebens ähneln, in die Wood grimmige Stories über Christenkiller auf Pilzen oder den Überlebenskampf einer Witwe während eines Ausbruchs der Pest in einem strengen Winter einbettet. Die ersten beiden Bände hatte ich vor einiger Zeit hier besprochen.

Northlanders Vol. 3: Blood in the Snow (#9,10, 17-20)
Der dritte Sammelband versammelt die Shortstories Lindisfarne, The Viking Art of Single Combat, The Shield Maidens und Sven the Immortal

Lindisfarne: Edwin wächst, von seinem Vater und Bruder verspottet und verachtet, im Kloster Lindisfarne an der englischen Küste auf , das am 8. Juni 793 von Wikingern überfallen wird. Als diese zunächst in die falsche Richtung ziehen, weist er ihnen den Weg zum Kloster, wird beim Überfall verschont und schließt sich ihnen nach einem Duell an.

The Viking Art of Single Combat ist eine Vignette über ein Duell am Strand, Sven the Immortal erzählt die Geschichte des Protagonisten aus Band 1 weiter, nachdem der als alter Mann auf einer Insel mit Frau und Kindern im Exil lebt. Dort wird er von ein paar Jungspunden herausgefordert und erteilt denen eine Lektion in Hackfleisch.

The Shield Maidens ist ein einziges Kunstwerk und für mich die herausragende Story dieses Bands. Drei Damen flüchten aus ihrem brennenden Dorf, das im Jahr 868 von den Angelsachsen überfallen wird, auf eine Festung im Meer vor der Küste Dänemarks. Von dort planen sie ihre Rache und verteidigen ihre Zuflucht gegen anstürmende Horden. Diese Story erinnert sehr an die Sequenz aus Conan (Film), in dem der sich mit seinen Leuten bei den Felsen gegen die Reiter Thulsa Dooms verteidigt. Diese Story ist in ihrem Minimalismus und den an Mignola erinnernden Zeichnungen von Danijel Zezelj absolut grandios und fantastisch auf den Punkt gebracht. Brillant!

Northlanders Vol. 4: The Plague Widow (#21-28)
The Plague Widow erzählt die Geschichte von Hilde, die in einer Wikingersiedlung hoch im Norden lebt, die von der Pest mitten im extremen Winter heimgesucht wird. Alleine auf sich gestellt, muss sie sich mit gegen Intrigen in der Hierarchie der Wikinger behaupten, die Hinterlassenschaft ihres Mannes gegen die Anführer verteidigen und ihre Tochter vor allen Widrigkeiten beschützen. Gleichzeitig verhängt man eine Quarantäne um die komplette Siedlung, die auch prompt überfallen wird.

Brian Woods legt mit den Northländers-Bänden wieder grandiose Stories vor, in weiten Strecken fantastisch gezeichnet (lediglich The Viking Art of Single Combat schwächelt in dieser Hinsicht etwas), sehr oft sind die Geschichten tatsächlich innere Monologe ihrer Protagonisten, die den Erzählungen einen tollen, minimalistischen Rahmen geben. Unbedingte Empfehlung!

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Nach dem Klick noch zwei Seiten aus The Shield Maidens und die Cover der Heftserie.