Hierarchical Structures of Anonymous and the Sony Hack

Zwei „Veterans“ von Anonymous haben bestätigt, dass der Hack von Sonys Playstation Network sehr wahrscheinlich von Mitglieder von Anon durchgeführt wurde, obwohl die Gruppe das bislang bestreitet („Let's be clear, we are legion, but it wasn't us. You are incompetent Sony“).

Der Hack selbst interessiert mich nicht weiter, ich bin selbst kein Online-Zocker und nutze die PS3 vor allem als Medienserver, außerdem ist dieser Hack nur (wenn auch ein ziemlich großer) ein weiterer Fettnapf, in den Sony sehenden Auges reingelatscht ist, aber die latschen ja in alles rein, was auch nur annähernd in Reichweite rumsteht, Sony könnte sich auch in „Murphys Law“ umbenennen. Was mich viel eher interessiert, wie sich der Hack – und die Schilderung der „Veterans“ hören sich für mich sehr plausibel an („he saw technical details of a vulnerability in Sony’s network that enabled the break-in discussed on an Anonymous chat room, shortly before the intrusion“) – auf Anonymous' innere Strukturen auswirken könnte. Denn hier haben wir zum ersten mal den Fall (soweit ich weiß), dass sich Anonymous selbst widerspricht.


(Youtube Direktanon)

Ich habe auf der Republica kurz mit Gabriella Coleman (prev) gesprochen, kurz nach ihrem Vortrag über Anonymous (Video oben) und wir redeten unter anderem darüber, wie die neuen Ziele der Gruppe (Iran, Ägypten, Wikileaks, Bank of America), ihr relativ neues Engagement in Politik und ihr offensichtliches „Erwachsenwerden“ dazu führen könnte, dass sie ihre erklärte völlige Abwesenheit von Hierarchien (abgesehen von einem guten Dutzen „Masterminds“) ablegen muss, um eben diese Ziele zumindest ansatzweise zu erreichen.

“If you say you are Anonymous, and do something as Anonymous, then Anonymous did it,” said the hacker, who uses the online nickname Kayla. “Just because the rest of Anonymous might not agree with it, doesn’t mean Anonymous didn’t do it.”

Die Frage ist nun, wie Anon auf diese Meldung reagiert, wenn überhaupt. Distanziert sie sich von den betroffenen Mitgliedern, verletzen sie damit eins ihrer Grundprinzipien: Anonymous zieht sich auf den Standpunkt zurück, die IRC-Channels seien offen für Jedermann und so hätte sich jeder die Infos abgreifen können, die zum Sony Hack führten. Das wiederum würde Anonymous zu einem geschlossenen Benutzer-Kreis machen, der eben nur noch scheinbar offen für Jedermann wäre, hinsichtlich der AnonOps. Bekennen sie sich andererseits zum Hack, verletzen sie ein anderes „Grundprinzip“: We don't steal. Ich bin sehr gespannt, wohin sich diese Story nun entwickeln wird.