„Waltz with Bashir: A Lebanon War Story“ online auf Arte+7



(Arte Direktwaltz, via KFMW)

Arte zeigte gestern im Rahmen ihres Filmfestivals (mehr Infos hier bei den Filmfreunden) zum zwanzigjährigen Jubiläum einen meiner Lieblingsfilme des Jahres 2008: Waltz with Bashir von Ari Folman. Absolutes Must Watch, falls irgendjemand den Film tatsächlich noch nicht kennen sollte: Genau jetzt aufhören mit was auch immer Ihr grade macht und auf Play klicken. No, really, it's that good.

Im Review des Comics zum Film schrieb ich damals: „Waltz with Bashir“ folgt den Erlebnissen von […] Folman, der 1982 als israelischer Soldat im Libanon stationiert war. Aus einem Gespräch mit einem Freund, in dem dieser ihm seine Träume von 26 reissenden Hunden, die ihn jagen, schildert, resultieren bei Folman Backflashs an die damaligen Ereignisse, die er bis dahin verdrängt hatte und er macht sich auf die Suche nach ehemaligen Kriegsteilnehmern. Stück für Stück puzzelt er sich seine Erinnerung zurück und die münden in den Erinnerungen an das Massaker von Sabra und Schatila, in dem tausende Zivilisten ermordet wurden.

Das ist schonmal sehr starker Tobak, der filmisch extrem gut umgesetzt wurde. Ari Folman lieferte nämlich mit „Waltz with Bashir“ praktisch die erste Zeichentrick-Dokumentation, für die Real-Aufnahmen als Vorlage dienten. Der Film wird immer wieder unterbrochen von Traum-Sequenzen und all das ergibt das, was Folman in einem Interview als „Krieg auf einem schlechten LSD-Trip“ bezeichnet. Ein absolut fantastischer Film, den ich jedem, wirklich jedem ans Herz legen will.

Von Arte:

In einer Kneipe diskutiert der israelische Regisseur Ari Folman nachts mit einem Freund über dessen regelmäßig wiederkehrenden Alptraum, in dem er von einer 26-köpfigen Meute zähnefletschender Hunde gehetzt wird. Dieselbe Anzahl Hunde hatte der Freund während des Libanon-Einsatzes töten müssen.

Am nächsten Tag tauchen bei Ari Folman erstmals eigene Erinnerungen an jene Zeit auf, darunter immer wieder ein Bild, das ihn als jungen Soldaten zusammen mit zwei Kameraden beim Baden in einer Beiruter Bucht zeigt. Plötzlich spürt er den unbändigen Drang, das reale Geschehen zu rekonstruieren, und beschließt, einige seiner ehemaligen Kriegskameraden aufzusuchen und zu befragen. Dabei werden verdrängte Erinnerungen Schicht um Schicht freigelegt.

Vorher auf Nerdcore:
Interview mit Ari Folman, Regisseur von „Waltz with Bashir“
Waltz with Bashir – A Lebanon War Story als Graphic Novel