Moebius Videoportrait


(Youtube Direktmoebius, via Unfug)

Schönes Portrait des besten europäischen Comic-Zeichners: Moebius über die Wüste in Mexiko, Schamanen und Magic Mushrooms. Lief am Wochenende auf Arte.

„(…) Die Wüste zwischen Monterrey und Mexiko ist überwältigend: riesengroß, flach, mit Kakteen bis zum Horizont (damals jedenfalls, heute steht dort vielleicht genveränderter Mais). Vielleicht habe ich mir aber selbst eingeredet, meine Faszination für die Wüste stamme von dort.“ Moebius

Als Moebius einige Jahre später nach Mexiko zurückkehrte, entdeckte er dank einer indianischen Hexe, die ihn mit halluzinogenen Pilzen vertraut machte, die Schamanenkultur.

„Das war sechs Stunden lang Horror, am Ende sagte ich: ‚Ich will nach Hause!’ Es war scheußlich und spannend zugleich, denn ich wurde in eine Art Achterbahn der Gefühle geworfen. Und später bediente ich mich dieser Erfahrung oft, um die Möglichkeit, das Wahrnehmungs- und Weltsystem zu wechseln, zu thematisieren.“ Moebius
Aus dieser Erfahrung bewahrte er den Sinn fürs Loslassen und entwickelte einen Zeichenstil, der Raum für Unvorhergesehenes und Zufälliges lässt.

„Ich wollte den Zufall provozieren, indem ich in fahrenden Autos zu zeichnen versuchte, weil man da stark durchgeschüttelt wird und den Strich nur schwer kontrollieren kann. Um dem Determinismus zu entgehen, begann ich auch, auf Blättern, im Dunkeln, mit geschlossenen Augen, unter einem Handtuch oder einer Decke zu zeichnen.“ Moebius