Interview mit Richard Dawkins

Sternstunde Religion vom 31.10.2010
(SF Direktdawkins, via Swen)

Spannendes, einstündiges Gespräch mit Richard Dawkins für's schweizer Fernsehen mit einer angenehm kritischen Interviewerin.

Stellenweise macht sich Dawkins hier super angreifbar, die Gleichstellung von Gläubigen mit Junkies bei der Frage, was falsch daran sei, wenn Menschen in Extremsituationen Halt in Religion suchen, ist sicher etwas über das Ziel hinaus geschossen.

Insgesamt aber trifft er auch hier den Nagel so oft auf den Punkt, dass mir das vernachlässigenswert erscheint, vor allem wenn er die zeitgenössischen Religionen auf eine Stufe mit griechischer oder nordischer Mythologie stellt und sie nicht mehr (und auch nicht weniger) wert sei, als diese und in diesem Sinne durchaus eine gewisse Schönheit hat. Aber eben nicht als Regelwerk für die Realität.

Er ist wohl der berühmteste Atheist der Welt und zweifellos der leidenschaftlichste. Mit seiner 2007 in Deutsch erschienenen Streitschrift «Der Gotteswahn» landete Richard Dawkins einen Bestseller und löste heftige Kontroversen aus, die bis heute nicht verstummt sind.

In seinem neusten Buch greift er die «Schöpfungslüge» an und legt dar, warum Darwin mit seiner Evolutionstheorie Recht hat. Dass ein Biologe gegen absurde kreationistische Behauptungen anschreibt, ist verständlich. Doch was treibt diesen Mann dazu, alles was auch nur im Entferntesten mit Religion zu tun hat, so vehement zu bekämpfen? Warum differenziert er nicht, sondern wirft religiöse Fundamentalisten mit so genannt Progressiven oder Liberalen in einen Topf? Warum will er zerstören, was vielen Menschen Sinn und Halt im Leben gibt?

Kein Gott und keine Schöpfung – Der Evolutionsbiologe und Religionskritiker Richard Dawkins im Gespräch mit Judith Hardegger