Doku: The End of God? A Horizon Guide to Science and Religion


(Youtube Direktreligion, via Swen)

Spannende Doku von BBC Horizon zum Ende des Papstbesuchs in England: „The End of God? A Horizon Guide to Science and Religion“. Macht vielleicht ein paarmal zu oft Zugeständnisse an die Religion, aber sei's drum. Oben der erste Teil, die anderen drei Clips nach dem Klick gefolgt von ein paar Gedanken dazu (mal wieder). Von der BBC-Seite zur Doku:

As the Pope ends his visit to Britain, historian Dr Thomas Dixon delves into the BBC's archive to explore the troubled relationship between religion and science. From the creationists of America to the physicists of the Large Hadron Collider, he traces the expansion of scientific knowledge and asks whether there is still room for God in the modern world.

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Ich habe gestern erst wieder über diesen Kram nachgedacht, als ich die aktuelle, leider sehr „spirituelle“ Folge der ansonsten supertollen Serie „Glee“ gesehen hatte, in der einer der Charaktere gesagt bekommt, auch wenn er nicht an Gott glaube, so müsse er doch an irgendetwas glauben, das außerhalb der Welt stünde und das ist ja auch eins der „Argumente“ von Gläubigen, die nicht nachvollziehen können, dass manche Leute einen solchen Glauben schlichtweg nicht brauchen.

Wenn ich mich auf den Gedanken einlasse, habe ich darauf nur eine Antwort: Ich glaube an die Idee, dass es keinen Gott gibt und diese Idee ist echtmal sowas von viel größer als ich und als Idee ist sie ein genau solches Abstraktum, wie Religion. Leider muss man in der Diskussion mit dem Wort „glauben“ argumentieren, denn die Religion hat ja diesen Trick, ein Jenseits zu konstruieren, ein Gegenstück zur Realität, in dem dann allerlei Hirngespinste existieren können sollen, in das sie sich dann zurückziehen kann und allen, die mit Fakten kommen, den Stinkefinger zeigen kann. Das allerdings ist ein Scheinargument.

Die Welt, die Realität, ist nichts, das ein Gegenstück hat. Materie hat Antimaterie, Aktion hat Reaktion, jede Zahl hat ihren negativen Gegenwert – die Natur, die Welt, die Realität hat jedoch kein jenseitiges Gegenstück, sie ist wie die Null in der Mathematik. Die Existenz selbst ist der Punkt, von dem sich alles ausbreitet. Alles, was stattfindet, findet von hier aus statt, die Welt ist der Ausgangspunkt und die Annahme einer negativen Null oder einer positiven in der Mathematik, oder eben eines Jenseits, eines Himmels oder einer Hölle für die Realität, ist schlichtgedachter Unfug.

Selbst das gern gebrachte Argument stinkt, was denn bitte den Urknall angeschubst haben soll, damit er knallt. Meine amateurhafte Vorstellung ist die einer kollabierenden Universums, das sich so weit verdichtet, dass es erneut explodiert und so ein neues hervorbringt und sehr wahrscheinlich haben Astronomen noch ein paar Gazillionen weiterer Möglichkeiten parat, mit der man den Urknall erklären kann, ohne dass es ein Supermonster from Negativespace brauchen würde. Wie sehr ich auch dieses Ding mit der Religion und dieser angeblichen Metaphysik auch drehe und wende: Sie ergibt keinen Sinn.

Das ging mir gestern abend durch den Kopf, als mir eine an sich tolle Serie mal wieder diese Bullshit-Story irgendeiner Spiritualität ums Maul schmierte, die nirgendwo existiert, außer in dem Kopf von Leuten auf einem kollektiven Acid-Trip.