Warner und die GEMA geoficken Cee-Los „Fuck you“

Gepostet vor 6 Jahren, 1 Monat in Misc Music Share: Twitter Facebook Mail


(Vimeo Direktfuckyou)

Warner BMG oder die GEMA oder beide haben Cee-Los „Fuck You“ auf Youtube geogefickt. Das ist erstmal nichts neues, tatsächlich ist Youtube hierzulande ja kaum noch nicht mehr zu gebrauchen… aber es regt mich jedes einzelne mal auf. Im dem Fall ist das allerdings genauso speziell, wie im Fall von OK Go, deren Video ja auch zunächst gesperrt war. Man möchte den Beteiligten Bürokraten beim Label und bei der GEMA mal ordentlich den Kopf gegen die Wand hauen und das wiederholt und zwar richtig richtig fest, weil sie sich so dermaßen dämlich selbst ein Bein stellen. Ehrlich: Wie dumm kann man sein?

Ich verstehe die Argumente der Labels und der GEMA, die die Verhandlungen mit Youtube regelmäßig abbricht, weil die nicht mehr zahlen wollen und die Schaffer der Songs und Videos, die auch ein Stück vom Youtube-Werbekuchen abhaben wollen und diese Argumente sind mir auch nicht völlig egal… aber sie sind der Idee des Songs und des Videos egal. Dieser Bullshit, der nie von Kreativen ausgeht, sondern ausschließlich von Rechtsabteilungen und Prince, verhindert den natürlichen Viral-Effekt (nicht nur) des Webs und was diese Bürokraten (und Prince) nicht begriffen haben: Sie hatten und haben niemals tatsächlich die Hoheit über die Veröffentlichung und Vervielfältigung ihrer Werke. Hatten sie nie, werden sie nie haben. Weil so Kultur funktioniert.

Die Veröffentlichung eines Musikvideos auf einem Blog oder auf Youtube hat denselben Effekt, wie das Mitschneiden eines Songs im Radios auf Tape, den man dann seinen Leuten vorspielt. „Hör Dir das an, geiler Scheiß!“ Diese Veröffentlichung hat heute zwar eine andere Qualität, da sie meistens mit Video kommt und im besten Fall von mehr als ein paar Leuten gehört wird, dieser Unterschied spielt allerdings kulturell keine Rolle. Der Punkt ist: Kultur hat schon immer so funktioniert, über das Teilen, Sharing!, von Kultur… die Weitererzählung einer Geschichte am Lagerfeuer, die zu Mythen wurden. Die Gesänge der Sklaven auf den Baumwollfeldern, aus denen der Blues wurde. Das ist der natürliche Viraleffekt: Gute Songs, gute Storys werden weitererzählt, das ist essentieller Bestandteil aller Kultur und hat erstmal wenig mit Filesharing oder Downloads zu tun, sondern mit Youtube und auch deren Embed-Funktion.

Und diese Sesselfurzer sind dabei, diesen Effekt im Internet zu vernichten.

Das Fatale in einem Fall wie dem „Fuck You“-Video von Cee-Lo ist aber, dass sie ein Video mitten im Hype sperren lassen, mitten in dem das Ding Feuer fängt und abgeht, würgen sie dem Teil die Luft ab und das für ein paar mickrige Kröten von der GEMA. Wäre ich der Verantwortliche, der für Cee-Lo bei Warner zuständig ist… ich würde meiner Rechtsabteilung den Hals umdrehen und dann mit den Worten „Ich kann so nicht arbeiten“ kündigen.

Und ehrlich: Ich bin es leid. Im Grunde müsste man sämtliche Labels bei der GEMA, die dieses Spiel spielen, boykottieren. Ich bin es leid, auf Youtube-Links zu klicken um dann lesen zu müssen, dass ich im falschen Land lebe. Ich bin es leid, mit diesem Scheiß meine Zeit zu verschwenden und auch wenn Proxies und Schlagmichtot eine Krücke dafür wären, so blieben sie Krücken. Ich gehe nicht gerne auf Krücken nur weil ein paar verfickte Bürokraten meinen, ich dürfte hierzulande nicht laufen. Und wenn die Songs, die Musik, nicht viel wichtiger wären, als all diese Deppen zusammen, dann würde ich diesen Boykott auch durchziehen. Kann ich aber nicht, weil ich da auch nicht rauskann. Ich bin gefangen in einer wundervoll klingenden Kultur, die geknebelt ist von Rechtsabteilungen und der Song ist es, der zählt. Nicht wie er geregelt ist. Ein Dilemma für das ich in absehbarer Zukunft keine Lösung sehe.

Bis dahin verbleibe ich mit Amanda Palmers Worten: „I'm tired of this pointless shit.“ Und diesem Link.


(Youtube Direktamanda)

[update] Von der TAZ: „Die Gema und Youtube können sich nicht über Lizenzgebühren einigen. Morgen entscheidet das Landgericht Hamburg über die Sperrung von 600 weiteren Musikvideos.

Tags: Copyright Fail Music-Industry Youtube

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