Süddeutsche über M.I.A.s „Born Free“-Video

Die Süddeutsche drückt etwas geschickter aus, was ich beim Posting von M.I.A.s „Born Free“-Video mit „richtig so“ meinte, und beleuchtet gleichzeitig noch ein paar Hintergründe, die mir nicht bewusst waren (die meiner positiven Grundhaltung zum Video allerdings beipflichten):

Romain Gavras ist nicht nämlich irgendein Videoclip-Regisseur. Er ist der Sohn von Constantin Costa-Gavras, der sich im Paris der späten sechziger und frühen siebziger Jahre mit Filmen wie "Z" und "Der unsichtbare Aufstand" einen Namen als politisch engagierter Thriller-Regisseur gemacht hat.

Wenn nun ein amerikanischer Monopolist den politischen Kunstfilm des Sohnes eines Regisseurs zensiert, der gerade in Hollywood als einer der profiliertesten Köpfe gilt, dann ist dieser Akt der Zensur mit Pop-Referenzen befrachtet, die auch diejenigen verstehen, die dem Pop seine politische Kraft längst abgesprochen haben.

Man mag einwenden, dass Costa-Gavras mit seinen Filmen lediglich die Verschwörungsphantasien des linksliberalen Bürgertums bediente. Ähnlich direkt richtet sich sein Sohn mit seinen Videos an die Empörung einer Generation Bürgerkinder, die mit der Antiglobalisierungsbewegung aufgewachsen ist und von einer Rebellion träumt, die mehr ist als eine schicke Pose. Doch das subtile Argumentieren war noch dnie Sache des politischen Pop. (Hervorhebung von mir)

YouTube sperrt M.I.A.-Video – Auf Provokation folgt Zensur (via Rebel Art)