300 Jahre Copyright

Gepostet vor 6 Jahren, 5 Monaten in Misc Share: Twitter Facebook Mail

Heute vor 300 Jahren trat das erste Copyright der Welt in Kraft: Am 10. April 1710 wurde das „Statute of Anne“ Gesetz, das heute als das erste Urheberrecht gilt. Von Wikipedia: „The Statute of Anne, short title Copyright Act 1709 8 Anne c.19; long title An Act for the Encouragement of Learning, by vesting the Copies of Printed Books in the Authors or purchasers of such Copies, during the Times therein mentioned, was the first copyright statute in the Kingdom of Great Britain […]. It was enacted in 1709 and entered into force on 10 April 1710.“ Hier gibt's den Originaltext des Statute of Anne.

Mich langweilt das Thema ja schon fast (aber eben nur fast), weil ich mir darüber hier in den vergangenen Jahren schon die Finger wundgeschrieben habe und meine Meinung sollte bekannt sein: Das Digitale macht das Urheberrecht praktisch obsolet beziehungsweise nicht umsetzbar und die einzige Möglichkeit, die Rechteinhabern bleibt, ist Lobbyarbeit für eine Totalregulierung des Netzes (woran sie ja schon schwer arbeiten und in England mit dem Digital Economy Bill einen ersten „Erfolg“ einfuhren und dort massiv an Netzsperren für „illegale Inhalte“ und Filesharer arbeiten, was nichts daran ändern wird, dass digitale Kopien mit einem Klick tausendfach hergestellt und verbreitet werden können.)

Ich befürchte ja, dass diese Totalregulierung des Netzes kommen und die Netzneutralität fallen wird, zuviele industrielle Interessen ist daran gelegen und die User haben mit der Piratenpartei zwar eine Lobby, die ist aber (noch) zu klein und unbedeutend, um dem im nötigen Maße entgegenwirken zu können. Es bleibt allerdings der Fakt, dass die Daten (also in diesem Fall: Die urheberrechtlich eigentlich geschützten Werke) digital vorliegen und was digital vorliegt, wird kopiert. Ob das über ein unreguliertes, ein reguliertes oder ein anonymisiertes Netz geschieht (oder über den Tausch von externen Festplatten, die man für nen Apfel und ein Ei bekommt) ist unerheblich: Es bleibt die Kopie, die sich in einer digitalen Welt nicht regulieren lässt, denn die digitale Welt beruht auf dem Wesen der Kopie.

Wie auch immer: 300 Jahre Copyright. Ich gratuliere herzlichst zum Geburtstag, Lieblingsfeind. A ton of Links:

Onthemedia.org: Copyright's Wrong Turn: „Call it the Magna Carta of copyright – England's Statute of Anne was born 300 years ago this weekend and, for the first time in history, conferred upon authors certain rights to the work. Unfortunately, says Duke Law School professor James Boyle, modern copyright law has strayed far from Anne's original intent.“ (via Swen)

The Economist: Copyright and wrong – Why the rules on copyright need to return to their roots: „WHEN Parliament decided, in 1709, to create a law that would protect books from piracy, the London-based publishers and booksellers who had been pushing for such protection were overjoyed. When Queen Anne gave her assent on April 10th the following year—300 years ago this week—to “An act for the encouragement of learning” they were less enthused. Parliament had given them rights, but it had set a time limit on them: 21 years for books already in print and 14 years for new ones, with an additional 14 years if the author was still alive when the first term ran out. After that, the material would enter the public domain so that anyone could reproduce it.“ (via Netzpolitik)

Auf Counterpoint Online gibts eine ganze Textsammlung zum 300jährigen Jubiläum von Lawrence Lessig, Jimmy Wales, Cory Doctorow und anderen, hier ein Snip von Lessigs For the Love of Culture: „The problem that we are confronting is the result of a law that has been rendered hopelessly out-of-date by new technologies. The solution is a re-crafting of that law to achieve its estimable objective – incentives to authors – without becoming a wholly destructive burden to culture.“ (via BoingBoing)

Tags: Copyright

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