Katholische Kirche mahnt Blogger ab, der über Missbrauch berichtet

Mir ist grade ein Äderchen geplatzt. Drei Zitate, nach denen passiert wahrscheinlich jedem dasselbe:

Rückhaltlose Aufklärung hat die katholische Kirche in der Serie von Missbrauchsskandalen angekündigt. Doch bislang war Verschweigen gängige Praxis der Verantwortlichen - auch was die Vorfälle bei den Regensburger Domspatzen betrifft. (spOnline: Vorwürfe gegen Kirche – Regensburger Domspatzen durch Missbrauch traumatisiert)

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung reagierte ein katholischer Pfarrer auf dem Bistum Regensburg zugetragene Missbrauchsvorwürfe mit der Zusendung von Unterlassungserklärungen, durch welche er die Informantin und eine Vermittlerin zum Schweigen bringen wollte. (Telepolis: Vom Kinder- zum Abmahnmissbrauch?)

Gestern machte die Süddeutsche Zeitung bekannt, wie ein katholischer Würdenträger aus dem Bistum Regensburg Hinweise auf Kindsmissbrauch mit Abmahnungen erstickte. Der Fall eines Marburger Bloggers deutet darauf hin, dass dies kein Einzelfall gewesen sein könnte. […]

Weil angeblich eine aus [einem Handelblatt-] Artikel übernommene Behauptung nicht stimmt, erhielt Zapf von einer nach eigenen Angaben vom Bistum Regensburg beauftragten Münchner Rechtsanwaltskanzlei eine kostenpflichtige Abmahnung. (Telepolis: Mehr Abmahnmissbrauch im Bistum Regensburg?)

Ab wann muss man diesen Verein, der sich katholische Kirche nennt, eigentlich als gemeingefährliche Sekte einstufen? „Schon“ dann, wenn sich ein nicht enden wollender Strom an Missbrauchsfällen auftut, der von den Vertretern dieses Vereins kleingeredet und vertuscht wird? Oder wenn dieser Verein die Presse-, Meinungs- und Redefreiheit mit juristischen Füßen tritt, wobei das Hamburger Landgericht dann auch gleich bereitwillig zur Seite springt?

Fuckers in violet, literally.