Gorillaz – Plastic Beach

Gepostet vor 7 Jahren, 25 Tagen in #Misc #Music #Album #Gorillaz #Review

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gorillaz

Das erste Gorillaz-Album seit 5 Jahren: Plastic Beach, Nachfolger des selbstbetitelten Debuts und Demon Days. EMI hat mir freundlicherweise das Album zukommen lassen und ich hab's mir grade zum dritten Mal angehört (könnt ihr auch, NPR hat einen Album-Stream, via Nico). Und auch wenn das Album gegen seine Vorgänger etwas abfällt, reicht das (ganz) locker, um mindestens gut zu sein, oft auch sehr gut.

Die Referenzen an Rock und Punk, die auf dem Debut noch ganz klar und auf Demon Days noch so halbwegs vorhanden waren, sind auf Plastic Beach vollständig verschwunden. Stattdessen mehr Elektronik und Disco, ein klarer Fingerzeig auf den Sound, den Bands wie MGMT oder Empire of the Sun in den letzten zwei Jahren gespielt haben und die Gorillaz gehen damit letztlich den gleichen Weg, den Julian Casablancas (The Strokes) auf seinem Solo-Album oder die Yeah Yeah Yeahs gegangen sind. Dazu für meinen Geschmack ein paar zuviele Prisen Hip Hop und Dancehall, aber das kann ich verschmerzen, denn die kommen im ganz eigenen, verspielten Gorillaz-Sound-Universum, dessen Färbung den Genres gut tut.

Man muss sich ja auch immer wieder vor Augen halten, was für ein unwahrscheinliches Projekt die Gorillaz eigentlich sind. Damon Albarn, Sänger einer der besten Bands des Planeten, tut sich mit dem supertalentierten Comiczeichner Jamie Hewlett zusammen und formt eine virtuelle Band, lädt hochkarätigste Gastmusiker ein und die Auftritte finden als holographische Projektionen statt, was sie dieses Jahr als Headliner auf dem Coachella garantiert nochmal auf ein neues Level heben werden.

Mit anderen Worten: Die Gorillaz ejakulieren Kreativität in einem Maße, wie ich es noch von keinem anderen Musik-Projekt gesehen habe.

Und selbst wenn die dann mal etwas für ihre Verhältnisse mittelmäßiges abliefern, ist das immer noch besser, als der ganze Rest-Pop, der da draußen sonst so passiert. Denn auch das ist bemerkenswert: Die Gorillaz bekennen sich immer zum Pop und landen dankenswerter Weise immer in den Charts und dafür, dass sie auf ihrem ersten Album die Eingangsszene aus George A. Romeros „Day of the Dead“ zitierten (im Track „M1 A1“, das Sample am Anfang ist der Beginn des zweiten Teils von Romeros Zombie-Saga), haben sie bei mir sowieso einen ewigen Stein im Brett.

Bleibt abzuwarten, in welche zeichnerische Welt uns die Gorillaz diesmal entführen, denn die Videos und Visuals sind bei einem Projekt wie den Gorillaz natürlich immer essenziell – und vielleicht finde ich das Album deshalb bislang „nur“ gut, weil es ohne Jamie Hewletts Visuals auskommen muss, ohne die die Musik aber als Gesamtkunstwerk praktisch nicht komplett ist. Das Video zur ersten Single „Stylo“ hat morgen Premiere, dann wissen wir mehr. Bis dahin hier ein kurzer Trailer zum Stylo-Video und die Youtube-Playlist mit den bisher geposteten Trailern zum Album:


(Youtube Direktplastic)


(Youtube Direktbeach)

Hier noch ein bisschen Presseblah von Amazon inklusive einem Abriss dessen, was da visuell auf uns zu kommt:

Lou Reed, Snoop Dogg, Mark E Smith, De La Soul, Mos Def und Bobby Womack umfasst, sondern auch das National Orchestra Of Arabic Music und das Hypnotic Brass Ensemble, eine aus Chicago stammende, neunköpfige Formation, die Jazz und HipHop spielt. Außerdem vereint das Album zum ersten Mal Mick Jones und Paul Simonon seit ihrer gemeinsamen Zeit mit The Clash.

Die große Sage um Sänger 2D, Bassist Murdoc Niccals, Gitarristin Noodle und Drummer Russel Hobbs bekommt nun eine neue Wendung, die sich auch in ihrem neuen Look widerspiegelt: Inzwischen ist die Band in Plastic Beach beheimatet, einem gigantischen Kontrollzentrum à la Tracy Island (bekannt aus der TV-Serie Thunderbirds), das am Point Nemo inmitten des Südpazifiks auf einem großen Müllberg schwimmt. Kein anderer Platz der Welt ist weiter entfernt vom Festland. Hier läuft mehr oder weniger wieder alles nach Murdocs Nase, er hält 2D gefangen und wird zeitgleich von einer Cyborg-Version von Noodle beschützt, die er mit der DNA der japanischen Gitarristin hat herstellen lassen. Zuletzt wurde das Original 2006 gesehen, wie ihr im “El Mañana”-Video Bomben auf den Kopf fielen. Drummer Russel hingegen hat sich aus dem aktiven Leben zurückgezogen. Doch das alles scheint Murdoc überhaupt nicht zu kümmern. „Bei The Gorillaz denke ich vor allem nur an mich”, erklärt er. „Wenn man mich aus dieser Gruppe herausnähme, hätte man nur drei Dumpfbacken, die in die Kamera starren.“

Gorillaz-Website mit (nehme ich zumindest an, ich hab' mich da nicht durchgeklickt) jeder Menge Visuals, Amazon-Partnerlinks: Plastic Beach (CD+DVD), Plastic Beach (CD), Plastic Beach (DoppelCD)

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