Nopenhagen – Die positive Seite des Scheiterns der Klimakonferenz

Ich weiß, es ist 5 vor Weihnachten und ich habe ja auch eher Gänsebraten, Knödel und Geschenke im Kopf, aber was kann ich dafür, wenn das ausgerechnet jetzt im Feedreader aufpopt. Außerdem bin ich ja schließlich gar nicht da, gepostet wird das hier vom WordPress-Autobot und ich muss das nicht mitdiskutieren, jedenfalls:

Ich habe ja ein wenig ungläubig auf das Geschehen in Kopenhagen geschaut, trotz dessen, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse auf dem Tisch liegen und außer von ein paar Klimaskeptikerdeppen abgesehen niemandem wirklich angezweifelt werden, hat man die Konferenz scheitern lassen und das Ergebnis ist ein Furz im Wind.

Warum man das Desaster von Kopenhagen auch positiv sehen kann, zeigt ein superinteressantes Interview mit Peter Sloterdijk, der gleich mal von vorrevolutionären Zuständen spricht. Hell yeah! Snip:

Man muss jetzt mehr denn je konstruktiv diabolisch denken und sich sagen, dieses Scheitern war das Beste, was uns passieren konnte. Immerhin weiß man ab heute besser denn je, was von UN-Spektakeln dieser Art zu halten ist, man weiß zudem, dass für eine effektive Weltsteuerung andere Organe erfunden werden müssen, und man weiß, dass die Zeit abläuft, in der die Bürger mit ihren Regierungen Geduld hatten.

Man hat uns glauben gemacht, das 21. Jahrhundert habe am 11. September 2001 begonnen, und sein Grundthema sei Sicherheit vor dem Terror. In Wahrheit beginnt das 21. Jahrhundert mit dem Debakel vom 19. Dezember 2009 - sein Grundthema ist das Fehlen von Global Governance. Die ganze politische Sphäre ist bloßgestellt, alles, was vorgibt, an der Macht zu sein, erscheint von jetzt an wie ein hohles Ancien Régime.

Nach Kopenhagen leben wir in einer vorrevolutionären Situation neuen Typs. In aller Welt werden die Bürger nach Sicherheit vor ihren Regierungen verlangen.

Das 21. Jahrhundert beginnt mit dem Debakel vom 19. Dezember 2009 , hier noch ein Posting auf Technology Review, das in die gleiche Kerbe haut: „In diesem dreifachen Scheitern steckt aber die Chance, Illusionen aufzugeben. Denn es ist zum einen die Zivilgesellschaft, die eine andere Klimapolitik auf den Weg bringen muss. Der neue Greenpeace-Chef Kumi Naidoo hat gar zu zivilem Ungehorsam aufgerufen (was ihn recht bald als potenziellen Terroristen qualifizieren dürfte – und der Mann hat auch noch einen finsteren Vollbart).“ (via Rivva)