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Stöckchen: Warum bloggst Du?

Ich habe dieses Stöckchen jetzt schon ein paar Mal an den Kopf bekommen, fühle mich aber jetzt erst so halb angeschickert von der Stöckchen-Muse geküsst und beantworte mal die paar Fragen, auch wenn ich die schonmal vor mehr als drei Jahren beantwortet habe. Und ich bin selbst gespannt, was sich seit damals geändert hat.

1) Seit wann bloggst du?
Seit März 2005.

2) Warum bloggst du?
Ich kann gar nicht anders. Ich stoße jeden Tag auf so viele tolle, verstörende, interessante oder einfach nur schöne Dinge – auf die will ich irgendwie verweisen. Außerdem stehe ich auf die Aufmerksamkeit, die man mit so ‘nem Ding erreichen kann. Letztenendes ist es aber ganz einfach Lust an Publikation (übrigens: nicht so sehr die Lust am Schreiben, mir geht es eher um Publizieren an sich.)

Ich hatte als Kind einen Ordner, in den ich Zeitungs- und Magazin-Artikel rein klebte, die mir auffielen. Damals wie heute hier: Raumfahrt, immer wieder Space und Wissenschaft. Dann Schülerzeitung, dann ein Techno-Fanmag, handkopiert… und dann eben Nerdcore. Ich wollte schon immer den Kram, der mir so über den Weg läuft, mit anderen Teilen und ein Blog ist das Tool der Wahl hierzu.

3) Warum glaubst du lesen deine Leser dein Blog?
Ich könnte ja schreiben, dass ich keine Ahnung hätte und könnte fragen: Warum lest Ihr Nerdcore?

Aber ich habe eine Ahnung: Weil hier seit fast fünf Jahren täglich bis zu 15 Postings erscheinen, weil in denen die größten WTFs stattfinden, weil die Postings dabei immer relativ abwechslungsreich sind und stilistisch eine gewisse Schnittmenge aufweisen: Meinen Geschmack, und der trifft, bei allen Schwankungen, anscheinend ganz gut den von ein paar Leuten da draußen.

Deshalb. Oder?

4) Banner, Layer Ads, Linkkauf, paid posts. Was hälst du von Werbung in Blogs?
Werbung in Blogs finde ich völlig beknackt und jeder, der Werbung schaltet, hat ‘nen kleinen Penis.

Und jetzt im Ernst: Werbung in Blogs interessiert mich nicht, mich interessiert ihr Inhalt. (Und dabei interessiert es mich auch sehr wenig, wie das geschrieben ist, sondern welchen Inhalt das Geschriebene transportiert. Ein Blog, das schlampig geschrieben ist und super Content verlinkt, ist mir tausendmal lieber, als ein Blog, das höchst wohlfeil formuliert ist, dafür aber für mich nur Langeweile bereit hält. Bei beidem spielt Werbung keine Rolle, wobei das jetzt auch gelogen ist: Layer Ads sind für mich ein absolutes Ausschußkriterium.)

5) Welcher deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
Eigentlich müsste man ja schreiben, dass jedes Posting die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient. Tatsächlich aber gibt es so ein paar Sachen, die hätten einmal quer durch die Blogosphäre gepeitscht werden müssen, die aber aufmerksamkeitstechnisch so vor sich hin dümpelten. Das David Lynch-Mashup-Album zum Beispiel… Oder dieses unfassbar gute Musikvideo hier zu Cut Chemists „1st Big Break“, das erste Musikvideo, das mit einer 360°-Kamera aufgenommen wurde, inklusive Robotern und Feuerspuckern…


(Vimeo Direktchemist)

Wobei mir vollkommen klar ist, dass viele meiner Postings nicht wirklich zu einer Diskussion oder einem Comment einladen… außer „whoa“, „awesome“ oder „wtf?!“ kann man da oft nichts zu sagen, dennoch erstaunt es mich oft, welche Dinge „durchstarten“, und welche nicht. Aber wenn ich dieses Geheimnis wüsste, hätte ich längst ‘ne Finka auf einer Südsee-Insel und würde mich von 11 nackten Asiatinnen mit ‘nem Fächer bewedeln lassen.

6) Auf was sollte man deiner Meinung nach bei der Gründung eines Blogs vor allem achten?
Tatsächlich: Auf den Namen des Blogs. Es gibt nichts abtörnerendes, als ein Blog, das eigentlich toll ist, bei dem einen allerdings der Name einen davon abhält, es zu verlinken. Klingt oberflächlich, ist es auch, aber mich hält etwas davon ab, ein Blog namens „Kackediespritzt.de“ auch nur irgendwie zu erwähnen. Ansonsten eigentlich nix, außer: Sich selbst treu bleiben, dabei aber auch immer Experimente wagen. So ungefähr.

7) Dein aktuelles Lieblings-Blog?
Nach wie vor Boing Boing. Das Blog, das meinem Begriff von Blogging am nächsten kommt: Jede Menge Output, Filterfunktion, dennoch auch eigene Inhalte, breites Themenspektrum, meinungsstark aber nicht meinungsdominant, dabei immer darauf bedacht, gewisse Grenzen nicht zu überschreiten und wenn man es dann doch mal tut, schiebt man ein Posting über Regenbogeneinhörner hinterher.

8) Wie viele Feeds hast du im Moment abonniert und welchen Feedreader benutzt du?
Aktuell 483 in NetNewsWire. Ich habe vor ein paar Tagen erst meinen Feedreader entmistet und bin unter meine magische 500er-Grenze gerutscht, wenn also jemand Tipps an guten Blogs hat, ab in die Comments damit.

9) Mac oder PC?
Keine Diskussion: Mac.

10) Von wem würdest du gerne die Fragen aus diesem Stöckchen beantwortet haben?
Von allen.