„Weil diese Person mein Vertrauen hat“


(Youtube Direktschäuble, via Jens)

Das Bemerkenswerte an der Antwort von Angela Merkel auf die Frage eines Journalisten der niederländischen Tageszeitung „De Telegraaf“, wie denn ein Herr Schäuble nach seiner Rolle in der CDU-Spendenaffäre tatsächlich und ausgerechnet Finanzminister werden könne, ist ja nicht die Tatsache, dass da einer Vertrauen in Finanzfragen genießt, das Normalsterbliche, hätten sie mal 100.00 Euro vergessen zu erwähnen, auf weitaus mehr als nur zehn Jahre verspielt hätten. Es ist ja schließlich nichts neues, dass sich die „politische Klasse“ nicht nur in Schweinepestfragen einen goldenen Vorteil in den Arsch schiebt. Das Bemerkenswerte ist das, was sie damit über die Alltäglichkeit dessen sagt.

Frau Merkel sagt damit: Der genießt mein Vertrauen nicht trotz seiner Verwicklung in die Spendenaffäre, sondern deshalb, weil er weiß, wie man sowas beinahe unbeschadet übersteht. Weil er weiß, wo der Hase langläuft, weil er weiß, wie man das politische Tagesgeschäft führt. Dabei hat er sich einmal erwischen lassen und auch das konnte ihm nix anhaben. Und das macht ihn in diesem politischen Tagesgeschäft zu einem hervorragenden Spieler und wer wäre besser geeignet, die Schachereien auf den Finanzmärkten zu überwachen, als so einer.

Und Frau Merkel sagt damit auch: Jeder hier im Raum weiß das, weshalb kein deutscher Journalist auf so eine offensichtliche Frage überhaupt kommt, die halten alle schön die Klappe und es braucht einen aufsässigen niederländischen Journalisten um so eine unverschämte Frage zu stellen, die ich praktisch nicht beantworte. Was erlaube!

„Weil diese Person mein Vertrauen hat.“ Yeah, meins nicht. Aber ich hab' die auch nicht gewählt.