Thomas Hinrichs über Flashmobs und Yeaahh

matrixrene

Thomas Hinrichs, der Herr aus den Tagesthemen, hat sich im Tagesschau-Blog nochmal zu der Yeaahh-Sache geäußert, die ich echt auch nicht mehr hören kann, aber das hier muss noch. Er fragt dort nach Inhalten, was, wenn man das Netz eine Weile verfolgt, einigermaßen lachhaft ist. Ich habe ihm in den Kommentaren geantwortet, der Comment muss noch freigeschaltet werden, hier schonmal ich so:

Hallo Herr Hinrich, ich bin der Mensch, der das Bild gebloggt hatte und auch in den Tagesthemen zu sehen war und, nebenbei, ich fand Ihren Kommentar gar nicht so falsch, das aber nur am Rande. Zu den Inhalten:

Die liegen – schon lange! – auf dem Tisch. Grundeinkommen, Urheberrecht, Patente, Gentechnik – das Netz diskutiert schon lange und ausführlich über Inhalte und bietet sogar Lösungsvorschläge. In der Politik kommt nichts davon an, im Gegenteil: Wie wir im Zuge des Zugangserschwerungsgesetzes (Stopp-Schilder) lernen mussten, geht die Politik schlampig und arrogant über vernünftige Vorschläge hinweg und hebelt mal so nebenbei die Gewaltenteilung aus. Was den Tagesthemen keinen Beitrag wert war.

Wie geht die Politik in Dingen vor, in denen wir uns nicht so super auskennen? Projeziert man das Geschehen um die Stopp-Schilder auf den Rest, kann man aufgrund der offensichtlichen Inkompetenz und Ignoranz nur fassungslos dreingucken.

Und dann stellen sich Politiker im Wahlkampf hin und rufen ihre immer gleichen Parolen. Sozial ist, was Arbeit schafft. Gleichzeitigt stampft Magna tausende Arbeitsplätze bei Opel ein in einem rückständigen Markt, der die nächsten zwanzig Jahre nicht überleben wird. Und dann noch so Klimawandel, Angie, die was von Umweltschutz faselt und gleichzeitig der KFZ-Lobby in den Allerwertesten kriecht. Aber wenn wir ihr zuhören, lernen wir was für’s Leben, is klar, ne?

Wir sind, genau wie Sie auch, nicht dumm. Aber die Politik hält uns (und Sie offensichtlich auch) dafür. Das wird sich rächen, nicht morgen, nicht heute, sondern in ein paar Jahrzehnten, wenn das Netz neue Formen partizipatorischer Politik möglich machen wird. Dann sind die Figuren, die jetzt im Bundestag Theater spielen, obsolet. Das wissen die noch nicht, aber wir. Und wir sagen es ihnen, jeden Tag, nur zuhören tun sie uns nicht.

Deshalb: …und alle so: „Yeaahh!“

Netz-Mimosen!