Jako AG und seine Anwälte bullshitten Blogger wegen Newsaggregator

Hier ein vortreffliches Beispiel für den „rechtsfreien Raum“ Internet, eine Geschichte, die man den Benutzern dieser Floskel gerne an den hirnfreien Raum zwischen den Ohren schmeißen kann: Ein Blogger wird abgemahnt, verhält sich kooperativ und nimmt das Posting runter und wird erneut abgemahnt, weil ein Newsaggregator in Tschechien fragliches Posting abgegrast und gepostet hatte. Das hier ist wahrscheinlich die größte Juristeninternetbullshitstory ever told.

Und weil wieder die Marke von JAKO und ihre Gestaltung gefährdet waren, legte sich Rechtsanwältin Sanguinette diesmal richtig ins Zeug und es brauchte nur acht, neun Tage vom Erstellen des Screenshots am 27. oder 28.7.2009 bis zur Niederschrift der neuen Vorwürfe am 5.8.2009. Als Konsequenz aus der Verletzung der Unterlassungserklärung waren nun binnen zwei Wochen 5.100,- Euro Strafe zu zahlen plus die neu entstandenen Kosten der Kanzlei Horn & Kollegen sowie eine neue Unterlassungserklärung abzugeben, diesmal mit einem Vertragsstrafenversprechen von 10.000,- Euro.

JAKO und die Rechtsanwältin Sanguinette bewerten das Auffinden der Formulierung als eigene Veröffentlichung – anders lässt sich der Satz aus dem Schreiben nicht interpretieren (erst gegen Ende einer ellenlangen Argumentation lassen sie die Möglichkeit zu, dass Trainer Baade den Artikel nicht selber eingestellt hat, werfen ihm aber dann vor, es unterlassen zu haben “das Internet” (sic!) sorgfältig genug zu prüfen). Das ist eine Rechtsauffassung die diametral der Lebenswirklichkeit von Millionen von Bloggern entgegensteht.

Wie JAKO anderen Leuten das letzte Trikot auszieht (via Netzpolitik)