Wahlkampf mit Wolfgang Schäuble

NC-Leser Tommy war auf einer Wahlkampfveranstaltung mit Herrn Schäuble, hier sein Bericht. Bestätigen kann ich die Story natürlich nicht, aber nach dem unfassbaren Zensursula-Video neulich (nachdem sie meiner Meinung nach diesen Namen mehr als verdient hat) traue ich der Politik ja sowieso alles zu. Naja, tatsächlich traute ich denen schon vorher alles zu, es beschleicht einen nur so ein ganz dummes Gefühl, wenn einem dieses Bauchgefühl von der "dreckigen Politik" an den eigenen Themen ganz konkret bestätigt wird.

Tommy schreibt:

Gestern las ich folgende kurze Pressemitteilung:

"Auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Maria Michalk wird Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble am Dienstag, dem 25. August 2009, um 19.30 Uhr bei einem öffentlichen Bürgerforum im Saal der Gaststätte „Erbgericht“ in Rammenau zu Fragen der inneren Sicherheit und der Wertegemeinschaft Rede und Antwort stehen. Interessierte Bürger sind dazu eingeladen. (SZ)"

Das kann man sich mal antun, dachte ich mir, sind ja nur 10km von zuhause weg. Gerade bin ich zurück und was soll ich sagen: mich beschleicht eine Mischung aus Fassungslosigkeit, Angst und "Washastdudennerwartet?"

Es war eigentlich eine Kopie des von der Leyen-Videos von vor paar Tagen: Internet als rechtsfreier Raum (inkl. Kinderpornographie), Vorratsdatenspeicherung ist harmlos und dringend notwendig, SPD hat keine Ahnung und NPD braucht man erstmal nicht verbieten (V-Männer, you know?), Ausländer haben sich zu assimilieren (wenn nicht=>Abschiebung) und Deutschland ist sowieso komplett von Terroristen unterwandert. Besonders schizophren fand ich, dass wir zwar am besten alle unter Sicherheitsverwahrung gestellt werden sollen, auf der anderen Seite jeder Mensch ein Individuum darstellt und damit ein von der SPD gefordertes einheitliches Schulsystem für Deutschland grundverkehrt ist. Leider hatte ich nicht genug Mumm um als fast einziger U30 unter lauter Rentnern und Bauern meine Fragen (Sicherheitspolitik und Internet als rechtsfreier Raum) gleich am Anfang zu stellen. So konnten erstmal Lokalfragen wie Umgehungsstraße oder Verständigungsfragen zur Abwrackprämie, bei denen Schäuble zwar keine Zuständigkeit, aber dafür eine ausufernde Meinung besitzt, thematisiert werden. Als ich dran gewesen wär, musste der Herr Minister leider zurück nach Berlin. *grummel* Aber schon krass zu sehen, wie gnadenlos der seine Sicherheitspolitik fährt, da gibts einfach keine zweite Meinung. Dafür viel Applaus vom CDU-Stammwähler.

Die Piratenpartei wird übrigens nicht verboten, weil Herr Schäuble die nicht für voll nimmt (war tatsächlich die letzte gestellte Publikumsfrage).