TV-Tipps: 40 Jahre Woodstock

Heute Abend feiert 3Sat 40 Jahre Woodstock (eigentlich ist das Hippie-Jubiläum erst am 15. August, aber egal). Um 21:45 Uhr läuft die Doku „Woodstock – Wie der Mythos entstand“, um 0:15 Uhr folgt dann der Directors Cut des Konzertfilms „Woodstock: Three Days of Peace & Music“.

Auch in der ARD-Sendung Titel, Thesen, Temperamente ist das Festival Thema: „Dieter Moor in Woodstock und Umgebung unterwegs und spürt dem nach, was 40 Jahre später vom Mythos noch geblieben ist. Er spricht mit den Initiatoren von einst, Michael Lang, Elliot Tiber und Joel Rosenman, er besucht das quietschbunte Woodstock-Museum und er schaut sich die legendäre Festivalwiese an: damals Schlammwüste und Hippie-Paradies, heute ein eingezäuntes Areal, auf dem Camping und laute Musik ausdrücklich verboten sind ... - nun ja, the times they are a-changing, die Zeiten ändern sich.“

Auch interessant der überaus improvisierte und chaotische Ablauf des Festivals damals. Die Bilder oben stammen übrigens aus dem Time Life Bilderarchiv auf Google Images.

Mit über 450.000 Besuchern war Woodstock das größte Treffen der amerikanischen Gegenkultur und der Höhepunkt der Hippiebewegung der 1960er Jahre. Da die Veranstalter mit wesentlich weniger Besuchern gerechnet hatten, entwickelte sich das Festival schon vor seinem Beginn zu einem organisatorischen Alptraum. Der Verkehr brach völlig zusammen, die Verpflegung der Menge war problematisch, an zwei von drei Tagen regnete es stundenlang. Trotzdem gibt es aus Woodstock keine Berichte über Gewalt, und lediglich drei Tote waren zu beklagen: ein Unfalltoter und zwei Drogentote.

Warum ist das chaotisch organisierte Rockfestival selbst 40 Jahre später noch ein Thema? Warum bekommen die Teilnehmer immer noch leuchtende Augen, wenn sie über ihre Erinnerungen sprechen? Weil die Woodstock Music & Art Fair im August 1969 nicht nur das berühmteste Rock-Festival aller Zeiten ist, sondern bis heute als die Mutter aller Festivals gilt. Ganz wesentlich hat auch der Oscar-prämierte Film "Woodstock"von Michael Wadleigh zur Legendenbildung beigetragen. An Woodstock müssen sich seitdem alle anderen Veranstaltungen dieser Art messen lassen.

In dem Dokumentarfilm von Stefan Morawietz erzählen Woodstock-Veteranen, was zum Mythos Woodstock beigetragen hat. Zu Wort kommen die drei noch lebenden Organisatoren des Festivals: Michael Lang, Artie Kornfeld und Joel Rosenman. Außerdem äußern sich Mitarbeiter der Veranstalter, Fotografen, Musiker, Bewohner des Örtchens Bethel im US-Staat New York, wo das Festival stattfand, und Festival-Besucher.

Woodstock – Wie der Mythos entstand, Woodstock: "Three Days of Peace & Music", Dieter Moor in Woodstock - auf der Suche nach einem Mythos (via Testspiel)