Georg Seeßlen über den Mond: „Ansonsten aber ist der Mond das perfekte Bild für: Leckt mich am Arsch!“

Gepostet vor 8 Jahren, 1 Monat in #Misc #Moon

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Georg Seeßlen auf Jungle World über den Mond als Metapher.

Warum eigentlich ist der Mond so poetisch – oder so Poesie-erzeugend –, während die Sonne, mehr oder weniger heiß, hauptsächlich erhaben und nützlich ist? Eine Reinhold-Messner-Antwort ist: Weil er da ist. Weil er eben nicht viel bewirkt (sieht man einmal ab von Meeresgezeiten, Menstruationsbeschwerden und Werwolf-Verwandlungen). Der Mond ist einigermaßen unnütz, es gibt dort nichts zu holen und verloren haben wir da auch nichts. Eigentlich widerspricht so ein unnützer runder Trabant, der sich des Nachts ein wenig Licht von der unverzichtbaren und gefährlichen Sonne borgt, sowohl der Logik der Schöpfungsgeschichte als auch der Schöpfungsgeschichte der Logik. Was haben sich die Götter dabei gedacht, so einen runden Gesteinsbrocken um uns kreisen zu lassen? Entweder haben sie, wie es bei Handwerkern zuzugehen pflegt, auch einfach Abfall produziert. (Nur: Wer sollte, wenn es in der Schöpfung Abfall gibt, bestimmen, was richtig Geschöpftes und was dabei anfallender Überschuss, kosmischer Dreck ist?) Oder die Götter wollten nur spielen. Schufen da eine kleine Nichtigkeit als lyrischen McGuffin. Wie dem auch sei: Das Schöne am Mond ist jedenfalls seine Nutzlosigkeit.

Hat man einmal erkannt, dass dieses Ding am Himmel weder eine kleinere, unstabilere Abart der lebensspendenden Sonne ist noch aus grünem Käse besteht, liegt die erste Bedeutung des Mondes darin, dass sich das Ding, weil es so wenig Nutzen hat, so perfekt zum Zeichen eignet. Mit dem Mond fängt noch heute der eine oder andere Mensch seine semantische Karriere an. Es ist das Zeichen, mit dem man über Mama und Pipi, ja schon über Muhkuh und Fernsehen hinauskommt. Ohne Mond kein Begriff, keine Abstraktion, kein Strukturalismus! Dieses Wandelzeichen verknüpft das erstaunlich Einfache mit dem erstaunlich Komplizierten, und das erstaunlich Technische mit dem erstaunlich Magischen. Es hört einfach nicht auf, so stille zu gehen, in die guten, vor allem aber die bösen Träume zu scheinen und, immerhin, durch seine Phasenhaftigkeit im Abnehmen und Zunehmen Zeit zu generieren. Relativieren wir also den ­Begriff der Nutzlosigkeit: Das ist unsere zweite Rhythmusmaschine. Ansonsten aber ist der Mond das perfekte Bild für: Leckt mich am Arsch!

Kinderkram Mondlandung (via Thomas @Delicious)

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