Wie ich chinesischen Theologiestudenten erklärte, was ein Zombie-Jesus ist

Als ich grade ein paar Minuten Zeit hatte und zwei chinesische Theologie-Studenten klingelten und einen Vortrag über die Gottesmutter halten wollten, bat ich sie herein mit der geheimen Ahnung, dass das ganz lustig werden würde.

Und so saßen die beiden dann in meiner Küche und erklärten mir, dass die Gottesmutter ja sowas wie... „Doch halt“, warf ich ein, „wenn die Gottesmutter Gottes Mutter ist, und Jesus Gottes Sohn, dann ist sie doch Jesus' Großmutter, oder?“ Die beiden sahen sich irgendwie ratlos an, weil sie nicht so recht wussten, was ich da grade gesagt hatte, und fuhren fort damit, dass der Gottesvater und die Gottesmutter die Eltern des menschlichen Geistes seien.

„Doch halt“, war ich ein, „der menschliche Geist manifestiert sich eindeutig in den Spuren der Elektronen, die sich durch das Gehirn fräsen. Sie bilden quasi den Fingerabdruck, den manche Geist und andere Seele nennen, doch die Eltern meines Gehirns sind eindeutig meine Eltern und nicht irgendwelche Gotteseltern.“ Wieder sahen sie sich ratlos an und das Mädchen gab mir zu verstehen, dass sie doch bitte nur ihren Vortrag halten sollten. Ich entschuldigte mich brav, nuckelte weiter an meiner Apfelschorle und lauschte dem Vortrag, der sich nun der Unsterblichkeit der Seele widmete und dem wieder auferstandenen Jesus.

Ihr wisst, was als nächstes kam: „Kennt Ihr Zombies?“

Wieder schauten sie sich an, sie fragte ihn „Zombies?“ und er so verwirrt zu mir „Zombies?“ und ich so, „Ja: Zombies, Untote, Wiedergänger. Kennt Ihr Horrorfilme?“ – „?“ Also stand ich von meinem Stuhl auf und machte einen schlurfenden Zombie nach, so ziemlich genau wie in „Shaun of the dead“, da kapierten sie und lachten: „Aaaah, Zombies... nein, nein...“ Ich so: „Doch, doch, wenn Jesus von den Toten wieder auferstand, ist er laut Definition ein Zombie.“ Heilige Verwirrung machte sich in der Küche breit, als ich mich wieder hinsetzte und grinsend an meiner Apfelschorle weitertrank.

Sie so: „Wer kann dem Menschen die Unsterblichkeit der Seele geben?“ Ich so: „Technologie, vielleicht, irgendwann.“ Sie so: „Was ist Technologie?“ Sie kannte das Wort nicht und zückte ein Touchscreen-Handy mit Übersetzungs-Application (Kein Scherz!) und ich zeigte auf das Ding und sagte: „Da, das ist Technologie! Unter Umständen ist der Fingerabdruck der Seele, von dem ich vorhin sprach, irgendwann mal elektronisch speicherbar, uploadbar quasi, um ihn dann in einen neuen Körper runterzuladen. Ergebnis wäre das ewige Leben, dazu braucht es keine Götter.“ Wieder gab sie mir zu verstehen, dass sie doch eigentlich nur ihren Vortrag halten wolle und aufgrund der Sprachbarriere leider nicht alles verstehen würde, was ich sagte.

Also war ich brav, murmelte noch kurz die Worte „Ray Kurzweil“, lies die beiden gewähren und hörte mir noch fünf Minuten christlichen Mumpitz an, bevor die beiden dann gingen. Ich bin ja nicht so.

Tatsächlich war das Gespräch etwas ernsthafter, als es sich hier darstellt, das hier sind nur die lustigen Passagen. Es war ein Gespräch zwischen Gläubigen und einem Atheisten, so wie ich sie gerne führe, hier leider ein wenig behindert durch die Sprachbarriere. Die beiden waren sehr nett und stellten gute Fragen, die man nur leider allesamt wissenschaftlich erklären konnte. Und den Zombie-Jesus werden sie nicht so schnell vergessen, hoffe ich.