The Beats: A Graphic History

Ich habe grade das Comic „The Beats: A Graphic History“ fertiggelesen, es folgt der Geschichte der klassischen Beatniks Allen Ginsberg, William S. Burroughs und Jack Kerouac, erzählt deren Lebensgeschichte von Geburt bis Tod und spart auch die hässlichen Seiten nicht aus, von Burroughs Mord an seiner Frau während sie betrunken „Wilhelm Tell“ mit einer Knarre spielten oder auch seine Vorliebe für kleine Jungs aus Tangier.

Ich hatte zunächst meine Probleme mit dem Erzählstil des Comics, denn eine echte graphische Narration gibt es nicht, es ist vielmehr eine illustrierte Historie der Hauptfiguren der Beat Generation. Hat man sich daran erstmal gewöhnt, ist das Buch eine wunderbare Lektion in Literaturgeschichte über eine Generation von Autoren, deren Einfluß auf die Beatles, Velvet Underground oder David Cronenberg (der ja auch Burroughs „Naked Lunch“ verfilmte) und überhaupt auf die ganze Hippie-Bewegung unbestreitbar ist.

Nachdem das Buch die Bios der drei Protagonisten behandelt hat, widmet es sich nach der Hälfte den unbekannteren Autoren und Menschen aus der Beat Generation, mir allesamt unbekannt. Bis hierhin ist alles gezeichnet von Ed Piskor mit einem gradlinigen, fast steifen, aber detailierten Strich. Das ändert sich im letzten Drittel des Buchs, wenn andere Zeichner die Feder übernehmen und die Storys sich nicht mehr an Personen festmachen.

So geht es hier vor allem um den Einfluß der Beatniks auf Kunst, es gibt eine Geschichte der „Beatnik Chicks“, mit Abstand am besten ist in diesem Teil die Geschichte von Tuli Kupferberg, der durch seine eigene Biographie führt und dabei immer „in die Kamera“ bzw. immer ins Panel schaut und so die Geschichte der Band The Fugs erzählt. Großartig. „The Beats: A Graphic History“ ist ein zunächst gewöhnungsbedürftiges, dann aber hervorragendes Comic für alle, die sich auch nur am Rande für Kulturgeschichte der USA, für Hippies und die 60er interessieren.

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