Terminator Salvation

Wer sich Sorgen darum machte, ob McG den grottigen dritten Teil des Terminator Franchise nochmal unterbieten könnte, den kann ich beunruhigen: Ja, er kann. Was für ein mieser Film, was hab' ich mich geärgert.

Ich empfand ja schon den zweiten Teil als Rückschritt im Gegensatz zur dreckigen SciFi-Action-Perle, die James Cameron damals da wortwörtlich aus dem Boden gestampft hatte. Zu glatt, zu Hollywood, nur punktuell hart, wo der erste Terminator eine einzige Tour de Force war, Terrorkino mit einem Cyborg, der mit Arnold Schwarzenegger den perfekten Darsteller hatte. „Sarah Connor?“ – „Ja?“

Diese Gradlinigkeit war im zweiten Teil schon einer konstruierteren Story gewichen, die dennoch sehr gut funktionierte und damals revolutionäre Tricks bot. Wunderbares Popcorn-Kino, das von einem nicht verlangte, „den Kopf auszuschalten“. Einem der unerträglichsten Sprüche von Leuten, die sich mit allem zufrieden geben. Der zweite Teil war sehr gut, reichte aber nicht an das Juwel der Vorlage heran.

Über den dritten Teil breiten wir den Mantel des Schweigens, ich sage nur: Arnie mit einem Sarg auf den Schultern ballend auf einem Friedhof. Frankenstein meets Terminator, es fehlten eigentlich nur Abbott und Costello, die einmal tanzend durchs Bild hüpften. Und nun also der vierte Teil, ein Reboot, der erste Teil einer neuen Trilogie, in die man große Hoffnungen setzte, nach dem lächerlichen Machwerk Terminator 3.

*Spoiler!* McG, oder genauer: Die Drehbuchschreiber John D. Brancato und Michael Ferris, übrigens das Team von Teil 3, schaffen es tatsächlich, sich noch einmal zu unterbieten. Cyborg „Menschliches Herz“ Marcus wandert durch John Connor-Land, trifft auf Connors Papa Kyle Reese, verliert den an die Maschinen, latscht zu Connor, der ihn bebombt, verspricht ihm, Papa aufzuspüren und ihn hinzuführen, was natürlich eine prompte Falle ist, am Ende kämpfen sie gegen einen schlecht animierten Arnold und am Ende opfert sich Marcus, worauf sein Herz in Connors Brust schlägt und der fünfte Teil in Aussicht gestellt wird. *Spoiler Ende!*

Klingt konfus? Ist es eigentlich gar nicht, wirkt aber so. Streicht man die visuellen Schauwerte (von denen es zugegeben einige gut getrickste gibt, die sind aber auch schon alles), bleibt: Marcus latscht durch die Wüste, Connor brabbelt in sein Mikro „Wenn Ihr das hört, seid ihr die Resistance“, Marcus latscht durch die Wüste, Connor brabbelt in sein Mikro „Wenn Ihr das hört, seid ihr die Resistance“, Marcus latscht durch die Wüste, Connor brabbelt in sein Mikro „Wenn Ihr das hört, seid ihr die Resistance“, beide kämpfen gegen Arnie, Ende. Und genau deshalb ist der Film gähnend langweilig: Ich habe nach 30 Minuten gedacht „Wann ist dieser Müll nur endlich vorbei“.

Ich weiß nicht, wer auf die Idee kam, John D. Brancato und Michael Ferris noch einmal das Drehbuch zu einem Terminator-Film schreiben zu lassen, doch die Person sollte von Schwarzenegger persönlich verprügelt werden. Was für ein uninspirierter, langweiliger Film, der dann einfach nochmal ein paar Explosionen liefert, wo es an Spannung und Story mangelt. McG kann bei so einem langweiligen und faden Drehbuch mit seinem Handwerk als Regisseur leider auch nix ausrichten, auch wenn er die ein oder andere interessante Einstellung liefert.

Mehr von Batzman bei den Filmfreunden, der an dem Film auch wenig gute Haare lässt:

Von McG hatte wohl niemand einen Film mit großen Charakteren, einer intelligenten Story oder echten Emotionen erwartet. Mit seinem bisherigen filmischen Werk, allen vorran den trashig-hyperkinetischen Charlies-Angels-Filmen (die ich auf ihre Art durchaus sympathisch fand), hätte ich ihm allerdings zumindest gute Action zugetraut. Und da überrascht der Film tatsächlich, denn wenn der Trailer noch ein Feuerwerk an atemloser Power verspricht, kommt der Film daher wie ein Rennwagen der der mit angezogener Handbremse auf der Stelle fährt. Es sprühen Funken, es qualmt und stinkt, aber es geht nicht vorran und es wird ums verrecken nicht spannend.

Dabei ist die simple Prämisse der Terminatorfilme in ihrer Effizienz genial. Was machen, wenn ein Monster hinter dir her ist, das einfach nicht stoppt. Das immer weiter kommt. Das nur sein Ziel vor Augen hat und immer wieder aufsteht, wenn du glaubst es besiegt zu haben. Schlicht, simpel, brillant.

Leider scheren sich die Drehbuchautoren von T4 einen Dreck um dieses Potential. John D. Brancato und Michael Ferris, die uns schon cineastische Perlen wie Catwomen, Watchers II, Into the Sun, den Krokodilheuler Primeval und natürlich Terminator 3 geschenkt haben (und deren einziger Lichtblick bisher Finchers “The Game” war - was aber auch dran liegen mag, dass Scriptdoktor Andrew Kevin Walker nochmal über das Buch gegangen ist), erzählen eine zerfaserte und extrem unstringente Geschichte, die ihre wenigen echten Actionmomente mit einer Penetranz ausbremst, die erstaunlich ist. Auch wenn das alles manierlich getrickst ist und im Falle des zerschossenen Gesichts von Marcus wirklich interessant ausschaut, dem Film fehlt es an allen Ecken und Enden an dramaturgischem Zug.

Ich sehe mir dann nochmal den ersten Teil an. Der Terminator in seiner Bude vor'm Spiegel, schneidet sich ein Auge raus, das mit einem leisen Platsch ins Waschbecken fällt. They don't make 'em like this anymore.