Die Sage vom Land der Autognome und der unvermittelt stehenbleibenden Möbelbewunderinnen

Gepostet vor 8 Jahren, 2 Monaten in #Misc #Cars #Furniture #Storys

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Es sei dem zur einkaufstechnischen Schnelligkeit wenn nicht gar Hektik neigenden, männlichen Single auf gar keinen Fall angeraten, an einem Samstag einen dieser doch eher recht groß geratenen Möbelkaufhäuser zu besuchen, dessen Angebot sämtlichst seltsame schwedische Namen trägt und die auf den Namen Ikea hören. Der zu einkaufstechnischer Schnelligkeit wenn nicht gar Hektik neigende, männlichen Single sollte diese Gebiete samstags möglichst weiträumig umfahren und keinen einzigen seiner zwei Füße in ein solches Geschäft setzen. Denn sonst ergeht es ihm so wie mir, heute.

Da strömen ganze Volksstämme durch die Gänge, so scheint's. Ganze Familien, Großfamilien, Kleinfamilien, angehende Familien und Heerscharen von Pärchen schlendern da mal mehr, mal weniger gutgelaunt durch das möbelierte Labyrinth und vor allem die Damen – vor allem die Damen! – bleiben dann und wann auch mal gerne unvermittelt mitten auf dem Wege stehen und begucken dann interessiert und vor allem lange die hübsche Lampe da oder die schmucke Vase dort und sie bleiben selbstverständlich genau so auf dem Wege stehen, dass sie völlig im Wege rumstehen und der zu einkaufstechnischer Schnelligkeit wenn nicht gar Hektik neigende, männlichen Single weder links noch rechts an ihr vorbeikommen kann. Da würde der zu einkaufstechnischer Schnelligkeit wenn nicht gar Hektik neigende, männlichen Single nur zu gerne darüber hüpfen, über die im Wege stehende Dame, aber das geht ja auch nicht so leicht. Also wartet man.

Und wenn man dieses Prozedere dann an einem Samstag im Ikea hundertmal vollzogen hat, dann ist der zu einkaufstechnischer Schnelligkeit wenn nicht gar Hektik neigende, männlichen Single ein kleines bisschen weichgenervt. Vielleicht sogar ein kleines bisschen sehr weichgenervt, aber da bin ich noch unentschlossen.

Überhaupt Volksstämme.

Gestern latschte ich so durch Berlin auf der Suche nach einem Gebäude, in das man unfankierte Umschläge, in denen beschriebenes Papier transportiert wird, bringen kann und dessen Angestellte dann dafür sorgen, dass besagte Umschläge durchs ganze Land befördert wird. Ich suchte also eine Post. Und dabei verlief ich mich. Selbstverständlich verlief ich mich. Nicht so sehr wie Hänsel und Gretel im Wald, aber ich kam doch vom Wege ab und landete auf einmal dort, wo man Kraftfahrzeuge an- und ummeldet. Und so ging ich die Straße entlang und dachte so bei mir: „Oh, wie seltsam, hier befinden sich aber viele Läden, die Nummernschilder anbieten, das ist aber lustig“, bog in die Straße ab, in der sich besagte Anmeldestelle befinden sollte und war wie vom Donner gerührt:

Die ganze Straße bestand bis auf besagte Anmeldedings aus lauter kleinen Gebäuden, eher Kabüffe und eher Schuhkartons denn Gebäuden ähnlich, die allesamt Nummernschilder anboten. Tausende kleiner Schuhkartons, die Schilder anboten. Und bevölkert waren die von Gnomen und Ogern, ganz seltsamen Leuten mit komischen Frisuren, allesamt viel zu breit gebaut, viele mit ganz langen Haaren, zu Pferdeschwänzen zusammengebunden – ich war im Land der Autotrolle gelandet! Dabei hatte ich gar keinen Zauberspruch aufgesagt oder die Hacken zusammengeschlagen. Ich bin auch durch keine magische Pforte gelaufen und war dennoch in einem Paralleluniversum voller Autonarren gelandet. Da biegt man unschuldig in eine Straße ab und landet in einer ganz anderen Galaxis! Ich lief also diese Straße voller Strangeness entlang und suchte immer noch eine Post.

Da rief auf einmal eine Zwergin mit blondgefärbten Haaren und pink geschminkten Lippen: „Kann man ihnen irgendwie helfen, junger Mann?“ Sie hatte wohl bemerkt, wie unpassend ein adipöser Mann mitte Dreißig in einem blauen Shirt, auf dem Yoda Sonnenbrille und Kopfhörer trägt in dieser Fantasy-Welt wirkte. „Na klar“ rief ich, „wo geht's 'n hier zur Post?“, die Dame schwang einmal einen silberglänzenden Zauberstab und sagte die magischen Worte: „Da lang!“ Ich bedankte mich und lief, so schnell ich nur konnte, die Straße zurück dort entlang, woher ich gekommen war und entschwand aus dem seltsamen Land der Kraftfahrzauberer und Autoriesen und fand nach ein paar Metern auch tatsächlich das Gebäude, in das man Umschläge zwecks und so weiter und so fort.

Ich war in letzter Sekunde entkommen. Dieses Glück hatte ich heute im Ikea leider nicht und ich denke, ich würde die Strangeness vom Land der Autoleute der Nerveness im Land der unvermittelt stehenbleibenden Möbelbewunderinnen jederzeit vorziehen. Aber man muss ja schließlich irgendwo seine Regale kaufen, wa?

Da! Ich habe tatsächlich mal wieder einen dieser völlig überbewerteten Texte geschrieben! Unfassbar! Kommt auch nicht wieder vor, versprochen! Not.

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