Etwas, was im deutschen Fernsehen nie zu sehen sein wird: Stylische Serien

Ich weiss. Es gibt hier ja ein ziemliche Serien-Fanbase auf Nerdcore. Viele von euch sind, glaube ich, ziemliche Lost-Fans, wovon ich die erste Folge gesehen habe und was mich dann nicht weiter interessierte. 24 soll auch ganz gut sein, da hab ich die erste Staffel halb gesehen. Fand ich ok. Ansonsten habe ich schon so ziemlich den Überblick verloren, was jetzt der Shizznet ist und was nicht. Gut, die erste Staffel "Six feet under" hab ich auch gesehen, fand ich auch ganz gut und ich gestehe auch mit meiner besten Freundin zusammen "Greys Anatomy" zu gucken und es ziemlch gut geschrieben zu finden. Aber was es da sonst noch alles gibt, "Heroes", "Eureka", "Reaper", diese neue mystriöse Fälle des FBI-Serie, "Prison Break", "Pushing Daisies" etc. pp. da hab ich keine Ahnung von.

Ich bin sowieso eher der Sitcom-Typ, habe alle Staffeln Friends auf DVD, fast alle King of Queens, die 4 Coupling-Boxen, fange gerade mit Cheers an, aber auch Dharma & Greg, schon allein wegen der bezaubernden, leider mittlerweile Scientologin Jenna Elfman. Ich mag auch die IT Crowd, auch wenn ich die sehr spät entdeckt habe (ehrlich gesagt vor 2 Wochen). Und da gibt es eben zwei ganz besonders grossartige Serien bei HBO in Amerika, die seien den unwissenden an dieser Stelle einmal ans Herz gelegt:

1.) Flight of the Conchords

Viele können damit nichts anfangen, für mich ist da der grösste Spass, den ich seit langem gesehen habe. Kurz zur Geschichte: Es geht um zwei Freunde, Brad und Jermaine, aus Neuseeland, die nach New York ziehen um dort mit ihrer 2-Mann-Combo gross rauszukommen, eben den "Flight of the Conchords". Dabei werden sie unterstützt von ihrem Manager, der gleichzeitig auch noch das Fremdenverkehsrbüro für Neuseeland in New York leitet, Murray. Der kriegt nunmal leider nie so richtig tolle Jobs an Land gezogen, aber alle drei träumen immernoch vom grossen Durchbruch, genauso wie ihr grösster Fan Mel, die zwar verheiratet ist aber absolut besessen von den Jungs. Sie ist auf wirklich jedem Konzert. Manchmal auch so ziemlich als einziger Gast.

Das wirklich schöne an der Show ist ihre visuelle Umsetzung, überhaupt die ganze Inszenierung. Die ist nichtn nur lustig, sondern hat eine ganz eigene Stimmung, irgendwie ein echt gewordener Comic, aber nicht so schrill bunt. Eher ein bischen wie eine Real-Verfilmung der Sergio Aragones-Bildchen, die in Mad-Heften immer am Rand der Seiten abgedruckt waren. Könnt ihr mir folgen? Die ganze Serie sieht aus als wenn Gondry sie produziert hätte, aber ohne diesen Traumsequenzen-Zwang. Naja, gut, in einer Folge gibt es eine Traumsequenz von Mel, die ist aber auch wirklich ausserordentlich lustig. Ach so, das sollte ich vielleicht vor dem Ausschnitt noch erwähnen. In jeder Folge werden immer mindestens zwei Songs gesungen, aber alle Musical-Allergie-Opfer können aufatmen, denn das ist immer supergeile Music, und die ist immer schön in die Episoden eingewoben:


[YouTubeDirektMelsTraum]

Wie wundervoll. Lustigerweise halten sich die beiden Jungs auch mittlerweile für ziemlich gute Rapper, was in einer Folge zu Panik bei Bret führt, weil er bei einem Auftritt in der Bibliothek, wo sie leise sein mussten, sich dazu hat hinreissen lassen, einfach mal alle zu dissen, die ihm einfallen. Jay-Z, P. Diddy, Ice-T, wie sie alle heissen. Vom Bandkumpel Dave hat er aber danach erfahren, das er jetzt nicht mehr sicher ist. Woraufhin er eine Gang gründet. Murray, ihr Manager, findet das alles nicht richtig und bringt es bei einem der regelmässigen Bandmeetings zur Sprache. Woraufhin Bret (mit Jermaine) erklären muss, das Rapper auch Gefühle haben:


[YouTubeDirektTearsOfARapper!]

Ihr habt vielleicht jetzt einen kleinen Eindruck von der Skurilität der Serie. Übrigens: Den letzten Song findet man auch umsonst auf dem neuen Sup Pop sampler, den René drüben bei Spreeblick empfohlen hat. Nur so als Tip. Was die Serie betrifft: Anschaubefehl!

Was mich zu meinem anderen Beispiel führt:

2.) Eastbound and Down

Okay, ich mach es so kurz wie möglich: Kenny Powers war ein super Baseballspieler, hat aber dann im Suff und auf Partys seine Fähigkeit, den Ball so schnell wie kein anderer zu werfen, verloren. Abgebrannt kehrt er in das Dorf zurück, aus dem er kommt. Sein Bruder nimmt ihn auf in seinem Haus, wo er mit seiner 5-köpfigen Familie lebt. Kenny kriegt einen Job als Aushilfssportlehrer an der örtlichen High School und trifft dabei auf seine Jugendliebe. Naja. Sie war mehr in ihn verliebt. Langsam muss Kenny begreifen, das er nicht mehr der Star ist, der er mal war. Das ist ein langsamer Prozess, vor allem weil er wieder zurück dahin will, wo er gewesen ist. Ach so, sollte man vielleicht noch erwähnen: Kenny ist ein ziemlicher Asi. Aber man mag ihn trotzdem. Irgendwie.

Die Serie wurde von Will Ferrell mitproduziert und ist wirklich das, was man Hilarious nennt. Ein grosser Spass mit genau der richtigen Dosis "trauriger" Momente um den Spass noch höher zu drehen. Zum Glück hat sich ein eifriger YouTube-User die Müher gemacht die, seiner Meinung nach besten, Momente von Kenny Powers zusammenzuschneiden. Gut, über die Auswahl liesse sich streiten, aber es reicht damit ihr eine Idee von der Serie bekommt:


[YouTubeDirektFuckinShrek?]

Auch hier gilt: Anschaubefehl!

Und jetzt sage mir bitte einer, das man mit solchen Serien hierzulande rechnen dürfte. Ich wage schon zu bezweifeln, das überhaupt die Originale hier ankommen...