Du bist kein Terrorist

Bevor mir das Terroristen-Video noch mehr Leute schicken: Ich hatte das heute schon auf Spreeblick gebloggt, zusammen mit ein paar Anmerkungen, denn ich finde das Video alles andere, als gelungen.

dbt

Das Video verbreitet leider einige Un- oder Halbwahrheiten, das es zwischen aktueller Realität und möglichem Zukunftsszenario nicht differenziert. So werden im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung (bisher) nur Verbindungsdaten, jedoch keine E-Mail-Inhalte gespeichert, wie es das Video suggeriert. Auch der Zugriff auf sämtliche deutschen Rechnerinhalte ist (noch) keine Realität. Diese Kritik soll den fortschreitenden Kontrollwahn allerorts nicht verharmlosen, doch die Frage muss erlaubt sein:

Kann ein solcher Clip die Diskussion befruchten? Oder macht er sich nicht genau die gleiche Polemik zu Eigen, die man von anderen Seiten so sehr ablehnt?

Für eine Satire ist das Video zu harmlos und vor allem im Zusammenhang mit der Website nicht als solche erkennbar, die falschen Informationen, die im Video gestreut werden (E-Mail-Subjects werden nicht gespeichert, besuchte Websites ebenfalls nicht) sind nicht überspitzt, eher im Gegenteil: Die Falschinformation ist eher subtil, auch wenn der Aufmacher mit „Du bist Terrorist“ sehr polemisch ist, die hiernach folgenden Details vermischen kleinteilig Fiktion und Realität.

Und wenn man in die Comments auf Netzpolitik schaut, dann steht da ja auch überall „Genau, so ist's, so und nicht anders“. Nein, ist es nicht. Deshalb spielt das Video den Leuten in die Hände, die unsere Kritik an den Vorhaben der Bundesregierung als „Panikmache“ von „Paranoiden“ bezeichnen.

Ich denke, wenn wir in unserer Kritik an den Zensur-Vorhaben ernst genommen werden wollen, sollten wir nicht denselben Fehler begehen, wie die Bundesregierung: Wie sollten keine undifferenzierten Unwahrheiten erzählen.

Oder aber ich liege vollkommen falsch und man kann solche „Schlachten“ nur schmutzig führen.