Steuer deinen Musiker (reloaded)

Gepostet vor 8 Jahren, 3 Monaten in #Misc #Guestblogger

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"Reloaded" deswegen, weil ich diesen Artikel schonmal vor 2 Jahren so ähnlich bei einer Seite gepostet habe, die es heute nicht mehr gibt. Ich habe den jetzt aber erweitert, modifiziert und saftiger gemacht, insofern ist das schon noch aktueller Content...;)

Musik und Spiele. Abgesehen von Lieblingssongs in irgendwelchen Games, ging das ja nur seltenst den Weg in die andere Richtung. Oder zumindest hat man das kaum mitbekommen. Ein paar charmante Versuche seien hier aber dokumentiert. Doch dafür muss ich erstmal ein wenig ausholen…

Wer erinnert sich nicht daran in seiner Jugend ewig vor dem Computer gesessen zu haben, nur um nach exorbitant langer Ladezeit ein paar Sprites über den Bildschirm zu jagen? Das kollektive Jugendtrauma der C64-Generation hörte auf den Namen Datasette. Die gab es auch als integrativen Bestandteil der Computer der Marke Schneider, resp. Sinclair. Und wenn man die in einem normalen Tapedeck hörte, kam dort nur fiepsender Krach raus. Diesen Lärm aber konnte der Computer lesen, zusammensetzen und dadurch ein Spiel oder eine Anwendung laufen lassen.

Mitte der 80er waren diese Computer weit verbreitet, die CD dagegen weniger. Nun hatten einige Bands die zündende Idee: Sie liessen ein Programm schreiben, in dem sie vorkamen, pressten den Sound davon dann auf Schallplatte und der User musste nur noch den diffusen Sound auf eine Leerkassette aufnehmen und vom Computer lesen lassen. So weit, so gut. Das das Verfahren schon umständlich wie nix Gutes war, hielt einen nicht davon ab, es doch wenigstens mal zu versuchen. Wer jemals ein Spiel von Kassette lud, der weiss das hier eine Engelsgeduld gefragt war, die dann auch noch in der Hälfte der Fälle nichtmal belohnt wurde. Der Umweg über die Schallplatte machte die Fehlerquote nur noch höher.
Ein prominentes Beispiel gefällig? Bitte sehr. Wer erinnert sich noch an diesen Song:

Die Thompson Twins. Ein paar Hits haben sie ja gehabt, aber so schnell wie sie auftauschten, waren sie auch wieder vergessen. Allerdings haben sie sich mit am meisten Mühe gegeben, was die bekannteren Easter Eggs der 80er Computer-Generation betrifft, bei ihnen bekam man nämlich ein komplettes Adventure. „The Thompson Twins Adventure Game“ kam 1984 auf Vinyl und sogar auf Flexi Disk raus (das waren die dünnen Plastik Schallplatten, die oft als Heftbeilage kamen…). Hier kann man selbst einmal sein Glück versuchen, ich habe es immerhin bis in die Höhle geschafft, bevor ich zu Tode gelangweilt aufgab. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, denn das Tolle an der ganzen Sache ist doch der Versuch. Die haben mal was gewagt, die Chartpopper. Auch wenn sie grandios gescheitert sind und dieses Spiel vermutlich von noch keinem lebenden Wesen komplett durchgespielt wurde.

Ein weiteres Beispiel ist Shakey! Ja, genau! Shakin Stevens hatte ebenfalls ein eigenes Spiel für den Spectrum, das auf der B-Seite einer seiner vielzähligen Singles versteckt war, aber auch als letzter Track auf einem Album des poppigsten Rockers aller Zeiten. Das Spiel hiess „The Shakey Game“ und schaffte es die Thompson Twins noch zu unterbieten. Denn jetzt wurde sogar die Story absurd: Ziel des Spiels war es Shakeys Auto sicher durch ein Labyrinth zu ihm nach Hause zu fahren und dabei nicht von den fiesen Riesenfledermäusen angegriffen zu werden. Der Bezug zum Künstler war jetzt nicht der offensichtlichste, aber hey: Dafür hatte man ein Spiel umsonst!

Auch schön: Die Stranglers (ja, die von denen Golden Brown ist). Auf der Kassettenversion ihres Albums "Aural Sculpture" war ein Textadventure enthalten, das ihr Keyboarder, David Greenfield, geschrieben hatte und in dem man den Tour Manager der Band spielte. "Aural Quest" hiess das Spiel und von den wenigen Menschen, die es durchgespielt haben, ist dem Spiel eine totale Langeweile attestiert. Aber hey, für Fans war das doch grossartig: Sei der Tour Manager deiner Lieblingsband!

Es gab noch viele andere Platten die sich die Mühe machten, Geheimbotschaften als Computercode zu übermitteln, eine sehr genaue und grandiose Auflistung davon findet man hier (Es handelt sich dabei um einen Link, den René auch schonmal in seinem Linkdump hatte vor 2 Jahren oder so, der wurde da aber nicht ausführlich gewürdigt...:)).

Natürlich waren Bands auch in den Spielhallen vertreten. journeykatalogZumindest in den amerikanischen, die ja im Gegensatz zu den deutschen, Familienspassorte waren. Und da gab es einen grossartigen High-End-Automaten. Man spielte nicht nur die einzelnen Band-Charaktere, deren Fotos als Riesenköpfe auf die Sprite-Figuren gepappt wurden, bei dem Abenteuer ihre Instrumente zurückzubekommen, sondern wenn man es geschafft hatte, dann wurde im Gehäuse des Automaten auch noch ein Kassettenrekorder gestartet und man hörte einen Song der Gruppe. Das nenn ich mal innovative Technik, die begeistert. Und als wäre das nicht genug, handelte es sich bei der Band um JOURNEY! Eine nachweislich Nerdcore-Liebling attestierte Band. Das ist doch der Hammer. Ich will sofort den Automaten haben. Solange das noch dauert, kann ich das Spiel schonmal auf meinem Computer spielen. Wird zumindest hier behauptet.

Die Jahre zogen ins Land, die Computer wurden grösser, schneller, spannender. Bands hatten damit nicht mehr viel zu tun, ausser beruflich, aber das jemand sich die Mühe machte, ein Spiel zu schreiben und mit auf eine CD zu packen, das kam wohl eher seltener vor. Multimedia war das Stichwort der Stunde, wer da nichts in Petto hatte, der hatte was verpennt. Und ein sehr schönes Beispiel, was diese diffuse Multimediawut für Blüten trieb, hat man bei den Fantastischen Vier. Sie wussten: Wir müssen da auch irgendwas machen. Sie wussten nur nicht so richtig was. Klar, es sollte irgendwie zum spielen sein, aber auch nicht zu offensichtlich. Man müsse sich im Kosmos bewegen können, aber die Rätsel sollten hauptsächlich daraus bestehen, das man herausfinden muss was überhaupt das Rätsel ist. Dann könnte man noch eine Diskografie mit raufpacken und –ZACK – feddich is die Laube. Wie das ganze dann aussah, kann man auf Smudos Seite sehen und netterweise sogar für lau runterladen. „Viertuell“, allein der Name…Macht euch auf einiges gefasst (wobei die Diskografie ein tatsächlich sehr nettes und nützliches Feature ist/war) und sagt nacher nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.

Aber denkt denn niemand an die Mädchen? Doch. Leider.

[YouTubeDirektÄhemRemix]
No comment.

Komisch, aber die Welt der Computerspiele schien niemals so richitg Trash-frei mit der von Bands oder Musikern übereinzustimmen. Es gäbe noch viele andere, erwähnenswerte Produkte. So gab es das Spiel "The Nomad Soul" in dem David Bowie zwei Auftritte hatte (als Grafik-Charakter) und für das er nicht nur Songs geschrieben hat, sondern auch noch an der, etwas konfusen, Story beteiligt war. Oder hier, für das SNES (Hallo René!): Revolution X, ein Aerosmith-Spiel bei dem dann wirklich alles zu spät ist: Man kämpft gegen eine Regierung, die alles verboten hat was Spass macht, wie Musik, Videospiele, Fernsehen etc. Und man muss die Regierungspolizisten mit CDs abschiessen, die man aus einer Kanone feuert. Und zwischendurch taucht immerwieder Steven Tyler, der Sänger von Aerosmith, auf und sagt so Sachen wie "Music is a weapon!". Ein lustiges Review dieses super-bizarren Spiels sieht man hier.

Ich weiss auch nicht, wie es gehen kann. Also mal abgesehen von den ganzen Guitar Hero und Rock Band Geschichten. Da funktioniert die Verbindung von Bands und Spielen ja schon ziemlich gut. Vielleicht sollte man es einfach dabei belassen. Denn offensichtlich ist es nicht schlimm ein Spiel mit einer Band zu machen, sondern sich eine Story dafür auszudenken.

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