Dieter Gorny fordert Three Strikes für Deutschland und gibt einen flying Fuck auf Grundrechte

Dieter the Gorny mal wieder, diesmal will er keine Torrent-Seiten sperren, sondern Three Strikes für Deutschland. Snip von Heise:

Die deutsche Musikindustrie will nach französischem Vorbild ein Internetverbot für Urheberrechtsverletzer auch in der Bundesrepublik. Die in Frankreich beschlossene Einführung von Verwarnungen und Zugangssperren für illegales Herunterladen aus dem Internet zeige, wie man mit massenhafter Verletzung des Urheberrechts effizient umgehen könne, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Musikindustrie, Dieter Gorny. Die Musikindustrie macht vor allem illegales Kopieren von urheberrechtlich geschützter Musik für einen Großteil der Milliarden-Einbußen verantwortlich; Tauschbörsen und nicht lizenzierte CD-Kopien hätten das Geschäftsmodell eines gesamten Industriezweiges ins Wanken gebracht.

Vor ein paar Tagen erst hat man bei der EU dafür abgestimmt, „dass der Zugang zum Internet, ähnlich wie die Meinungsfreiheit, zu einem Grundrecht in Europa wird“ und haben dort die Passagen zu den Three Strikes rausgenommen. Das ist in Deutschland natürlich (noch) kein nationales Recht, aber wenn man davon ausgeht, dass Herr Gorny all das mitbekommen hat, scheisst er einfach auf die Grundrechte. Kann er machen, ich gebe seinem Copryright ja auch keine zehn Jahre mehr.

Gleichzeitig tourt derzeit Lawrence Lessig durch Deutschland, heute war er in Hamburg, morgen abend ist er in der Heinrich Böll Stiftung in Berlin, wo ich wohl auch da sein werde. Snip:

Das Recht ist aus dem Tritt geraten. Mit der enormen technischen Entwicklung im 21. Jahrhundert können die Normen des vergangenen Jahrhunderts nicht mehr Schritt halten. Vor allem das Urheberrecht hat die schwierige Balance zwischen Rechtsgüterschutz und Rahmensetzung für Kulturproduktion verloren. "Dieses Recht müssen wir ändern", forderte der US-amerikanische Jurist und Internetexperte Lawrence Lessig auf dem 14. Trendtag am heutigen Donnerstag in Hamburg.

[UPDATE] Ed Felten, ein Prof von der Princeton University, fordert ein Three Strikes-Gesetz für Print. Macht die Absurdität dieser Regelung sehr anschaulich, finde ich.

This is such a good idea that it should be applied to other media as well. Here is my modest proposal to extend three-strikes to the medium of print, that is, to words on paper.

My proposed system is simplicity itself. The government sets up a registry of accused infringers. Anybody can send a complaint to the registry, asserting that someone is infringing their copyright in the print medium. If the government registry receives three complaints about a person, that person is banned for a year from using print.

As in the Internet case, the ban applies to both reading and writing, and to all uses of print, including informal ones. In short, a banned person may not write or read anything for a year.

A Modest Proposal: Three-Strikes for Print (via BoingBoing)