ZDF-Doku: Der gläserne Deutsche - Wie Bürger ausgespäht werden

Heute morgen erst wunderte ich mich gar nicht über die neuesten Schweinereien bei der Deutschen Bahn, die Günter Wallraff ans Licht gezerrt hat:

Vieles, was im Daten-Skandal der Bahn bislang bekannt war, ist harmlos im Vergleich zu den Vorwürfen, die jetzt ans Tageslicht kommen: Die Deutsche Bahn soll auch mit hochkriminellen Methoden gegen ihre Angestellten vorgegangen sein. Soll Dokumente gefälscht haben und sogar falsche "Beweise" wie Hitlers "Mein Kampf" oder Porno-Dateien auf Festplatten von Angestellten gespeichert haben, um diese besser kündigen zu können.

Das berichtet der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff in der Zeit und steht damit nicht allein: Auch das Magazin Spiegel spricht von einem gewaltigen Überwachungssystem. (Allumfassende Überwachung, via Jens)

Da erzählt mir Samson per Mail von der hochinteressanten Doku „Der gläserne Deutsche - Wie Bürger ausgespäht werden“, die das ZDF Anfang April um halb Zwölf im Nachtprogramm versteckte.

Samson schreibt mir:


(Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5)

Gerade eben habe ich mir die Dokumentation "Der Gläserne Deutsche" vom ZDF angesehn, die Frau Roth kürzlich auf ihrem Blog verlinkt hatte. Du hast ja selbst in letzter Zeit sehr viel über diese Themen berichtet, mich zum Beispiel auf die Piratenpartei aufmerksam gemacht. Deshalb dachte ich mir, diese Dokumentation würde Dich auch interessieren.

Sie berichtet davon wie heute bereits Daten gesammelt und genutzt werden (Payback etc.), darüber das Unternehmen wie die Post, die man vollkommen arglos benutzt, unsere Daten verkaufen und wie sie ihre Mitarbeiter überwachen und kontrollierten, einschlieslich Verfolgung über Peilsender, bis hin zur immer engeren überwachung durch den staat selbst.

Die Doku ist der Mediathek des ZDF zu sehen, auf Archive.org runterladbar und auch auf Youtube. Snip von Archive.org:

Der Film dokumentiert gravierende Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz, oftmals verbunden mit tiefgreifenden persönlichen Konsequenzen für die Betroffenen. So musste der Außendienstmitarbeiter eines großen Pharmaunternehmens eines Tages feststellen, dass er vermutlich über Jahre heimlich mittels Peilsender überwacht wurde.

Wie sehr Staat und Privatwirtschaft bereits gegen den Datenschutz miteinander kooperieren, wenn es um die "innere Sicherheit" geht, zeigt sich an einem besonderen Fall von zwei Berliner Wissenschaftlern. Andrej Holm und Matthias B. gerieten unter Terrorverdacht und damit unter monatelange Dauerüberwachung - jede Bewegung wurde protokolliert, Telefongespräche abgehört, Treffen mit Freunden belauscht. Dabei fanden die Ermittlungsbehörden tatkräftige Helfer unter Mitarbeitern der Deutschen Bahn, eines Reiseveranstalters und einer großen Bank, die bereitwillig sehr persönliche Informationen preisgaben. Einer der beiden Überwachten, Matthias B., erzählt zum ersten Mal seine Geschichte.