Netzsperren für alles, jetzt!

Es geht los! Nach Gorny fordert jetzt auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Netzsperren für Websites, mit deren Hilfe man urheberrechtlich geschütztes Material runterladen kann. Ich gehe davon aus, dass die Rechteinhaber-Lobby den Druck auf die Politik in den nächsten Tagen und Wochen massiv erhöhen wird und dann auch unsere Frau Zypries, die zuletzt erst vor Begehrlichkeiten bezüglich der Netzzensur warnte, umkippen wird. Wäre ja schließlich nicht das erste mal. Herrschaften, die Copyright-Wars, die ich schon für 2008 vorhergesagt hatte, sind im vollen Gange.

Christian Sprang, Leiter der Rechtsabteilung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, plädierte für Access-Blockaden gegen Angebote, die das Urheberrecht verletzen. Er warf den Providern eine bewusste Zusammenarbeit mit rechtsverletzenden Angeboten vor, weil sie dort Werbung schalten könnten. Die Internetwirtschaft könne ihren guten Willen zeigen, indem sie auf Werbung auf Angeboten wie Rapidshare verzichteten, sagte Sprang.

Da der zivilrechtliche Auskunftsanspruch gegen Filesharing-Benutzer mittlerweile Wirkung zeige, verlagerten sich die Urheberrechtsverstöße auf One-Click-Hoster, erläuterte Sprang. Dieselben Anbieter, die Kinderpornografie verbreiten und mit Phishing arbeiten würden, betrieben auch Server mit urheberrechtswidrigen Inhalten. Diese "Internet-Mafia" finanziere sich unter anderem durch Werbung für Flatrate-Angebote der Provider und für pornografische Angebote. "Wenn man an solche Angebote herankommen will, die im Ausland sitzen, sehe ich keinen anderen Weg als Access-Sperren", sagte Sprang. Die Kosten sollten an die Kunden der Provider weitergereicht werden.

Medienrechtsforum: Forderungen nach Ausweitung von Internetsperren