De:Bug-Roundtable mit u.a. Tanith und mir: Aus die Maus, Popdiskurs?

nerdcoretanith

Vor ein paar Wochen saß ich mit dem früheren Spex-Redakteur Christoph Gurk, Schriftsteller Rainald Goetz, Techno-Vordenker, DJ und Blogger Tanith sowie Jan Joswig, Anton Walt und Ji-Hun Kim von der De:Bug an einem Tisch, trank ein paar Bier und redete über das „Ende des Popdiskurs“ in digitalen Zeiten. Der Text dazu ist heute auch online erschienen, Snip:

Tanith: Vielleicht ist dem Popdiskurs einfach das Objekt weggeglibbert. Zum Beispiel weil es kein Album mehr gibt. Was heute auf dem iPod einzelne Files sind, kennt man ja im Techno schon durch die Maxi-Single. Und der Popdiskurs hat sich ja gerne an Alben - oder Konzept-Alben - abgearbeitet. Und die gibt es eigentlich nicht mehr, oder sie sind nicht mehr wichtig. Popdiskurs arbeitet sich heute an Whitest Boy Alive oder ähnlichen Kleinigkeiten ab.

De:Bug: Man könnte es also zugespitzt sagen: Heute setzt man sich lieber mit der komplizierten Wirklichkeit auseinander und da das anstrengend genug ist, gibt es gar keinen Bedarf mehr für Utopien, die man dann auf ein Stück Kultur projizieren muss?

Walter: Die Utopien gibt es natürlich noch. Sie finden eben nur nicht mehr im Popdiskurs statt, sondern zum Beispiel in Mash-Up-Foren, in denen die Kids die Popkultur nehmen, ineinander mixen und etwas Neues schaffen. Ob da wirklich ein Diskurs stattfindet, kann ich nicht sagen. Aber die Mash-Up- und Mix-Kultur hat ja an und für sich eine politische Dimension, weil sie dem Urheberrecht völlig widerspricht. Über solche Themen findet auch eine Diskussion statt und zwar vor allem im Internet und in Blogs.

Roundtable: Aus die Maus, Popdiskurs? (via Thomas @Delicious)