TV-Tipp: Durch die Nacht mit Jeff Mills und Claire Denis auf Arte

[update] Hier der Stream auf Arte+7.

Heute nacht zeigt Arte ein Zusammentreffen von Jeff Mills und Claire Denis, die ich nicht wirklich kenne. Aber dafür Mills und wer schonmal (gute) Interviews mit ihm gelesen hat, weiß, dass es da heute Nacht vor allem um Futurismus und Kunst im Futurismus, um Raum und Zeit und Planeten und natürlich Musik aus alldem gehen wird. Für mich absolutes Pflichtprogramm, beim Teaser-Text werde ich schon ganz feucht:

Techno-Legende Jeff Mills, geboren 1963 in Detroit, trifft sich in Paris mit der 60-jährigen Filmregisseurin und Drehbuchautorin Claire Denis. Zweimal haben die beiden bisher zusammengearbeitet. So lieferte Mills die Musik zu Denis' Film "Vendredi soir" und beteiligte sich an einer Ausstellung mit dem Titel "Diaspora africaine", die die in Afrika aufgewachsene Denis im Jahr 2007 organisierte. Claire Denis ist für Mills also keine Unbekannte - dennoch waren ihre Begegnungen bislang nur kurze Arbeitstreffen. Beide freuen sich darauf, das in dieser Nacht ändern zu können.

Erste Station ihrer Reise durch das nächtliche Paris ist das Centre Pompidou. Auf einer Futurismus-Ausstellung ist Mills mit einer Installation vertreten, für die er auf drei Screens verschiedene Video-Sequenzen zu Techno-Klängen montiert hat. Danach geht es in die Cinémathèque de France mit ihrer exklusiven Sammlung cineastischer Preziosen, darunter eine Nachbildung des berühmten "Metropolis"-Roboters. Für Mills eine Art Déjà-vu, denn er hat im Jahr 2000 den Fritz-Lang-Film neu vertont.
Claire Denis zeigt einen Ausschnitt aus einem ihrer wichtigsten Filme: "Beau Travail" ist die eindringliche Rückschau eines Mannes auf seine Zeit in der Fremdenlegion. Wie Jeff Mills, dessen Musik rein instrumental ist, lässt auch Claire Denis vor allem die Kraft ihrer Bilder wirken und verzichtet häufig auf Dialoge.

Anschließend steht ein Besuch im spektakulären Rundkino "La Géode" im Parc de La Villette auf dem Programm. Mills zeigt dort seinen Film "X 102 - Rediscovers the Rings of Saturn", eine Montage von elektronischer Musik, Nasa-Material, Sternen, Planeten, Galaxien, "kein Wesen, nichts was uns bekannt erscheint", sagt Jeff Mills.

Bei einem letzten Glas Rotwein kreisen die Gespräche um UFOs, den Weltraum und die Sterne, aber auch um persönliche Ängste und die Kreativität. Beide Künstler verbindet eine Kompromisslosigkeit in der eigenen Arbeit. Ihnen geht es um den Prozess der Kreativität, nicht um den Erfolg. Aber beide verbindet auch eine gewisse Scheu. Im Laufe der Nacht gelingt es ihnen, diese Zurückhaltung abzulegen. Sie gewähren sehr persönliche Einblicke in ihre Arbeit und verabschieden sich schließlich wie zwei gute Freunde in der Pariser Vollmondnacht.

TV-Tipp: Durch die Nacht mit Jeff Mills und Claire Denis (via Intro)