Interview: Nerdcore Behind The Scenes

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Torsten vom noch sehr frischen aber tollen Blog Feingut hat mit mir ein Mailinterview gemacht. Und weil ich Thorsten mag, habe ich ihm sehr ausführlich auf seine Fragen geantwortet. Hier der Teil, in dem es darum geht, wie ich meine Postingfrequenz schaffe:

Torsten: Augenscheinlich ist Nerdcore im Verhältnis zu den vielen deutschen „Hobby-Blogs“ eine unwahrscheinliche „Contentmaschine“, was manchen vielleicht „erschrecken“ mag. Wie schaffst du das? Woher nimmst du die Zeit dafür? Konkreter: Wie lässt du dir bei dieser Vielzahl an Blogs wirklich keine interessanten Inhalte durch die Lappen gehen?

René: Diese Frage stellt man mir oft, die Antwort ist relativ einfach: Ich leben vom bloggen und mache das Hauptberuflich, mache aber „nebenher“ noch Designjobs. Das heisst: Ich habe schlichtweg die Zeit, um 700 Feeds zu lesen und zu filtern. Tatsächlich habe ich ja einen höheren Output als das, was „nur“ bei NC landet. Ich schreibe am Tag so drei Postings bei Spreeblick und nochmal drei bei den Filmfreunden, mal mehr, mal weniger. An richtig guten Tagen komme ich durchaus mal auf 30 Postings. Und dafür habe ich im Laufe der Zeit Techniken entwickelt, ohne die sowas nicht geht.

1.) Emails-Checken und beantworten: Morgens und Abends, dazwischen nur, wenn es sein muss. Das gleiche gilt für Kommentare.

2.) Ich habe meinen Feedreader organisiert von Wichtig zu Unwichtig. Außerdem habe ich einen Feedordner für die Aggregatoren wie Digg oder Reddit und die Müllschreiber, die aber ab und zu mal eine Perle ausgraben. In diesem Ordner scanne ich lediglich die Headlines und so schaffe ich 200 unread in unter zwei Minuten, oder so. Außerdem habe ich einen Ordner namens „Lesen“, da sind nur die Blogs drin, die ich tatsächlich lese im Sinne von Lesen, und zwar aus persönlichen Gründen: Freunde und Bekannte.

3.) Wenn ich etwas interessantes finde, dann gibt es drei Möglichkeiten: Es ist sowas von WTF, dass mir sofort der Text einfällt oder dass ich einfach zwei Absätze voller „ZOMG!“s schreibe und haue es sofort raus. Das dauert seltenst über fünf Minuten. Oder es ist interessant, aber mir fällt nichts dazu ein, will es aber trotzdem auf der Seite haben, in diesem Fall sind das die Posts mit solchen Texten: „Ich liebe dieses Schaukelpferd aus Knochen von Heinz Mustermann, Link“. Oder ich packe es einfach in meine Delicious-Links, das ist ein Klick und drei, vier Tags. Jede Art zu posten geht sehr schnell. Und dann gibt es natürlich noch den Fall, dass ich mich länger mit einem Thema auseinandersetze. Das dauert, manchmal sogar Wochen.

Nerdcore Behind The Scenes