Coraline (Graphic Novel)

23.03.2009 Misc #Comics

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Ich habe grade in der Badewanne die Comic-Umsetzung von Neil Gaimans Kinderbuch „Coraline“ zu Ende gelesen und ich sollte mich mal intensiv mit Neil Gaiman auseinandersetzen und ich muss gestehen: ich kenne von ihm bisher genau nur die eben zu Ende gelesene Comic-Adaption eines Romans. Und demnächst die wahrscheinlich sehr fantastisch werdende Filmumsetzung von Henry Selick (der mit „The Nightmare Before Christmas“ schon einen meiner Lieblingsfilme zu verantworten hat), über die wir bei den Filmfreunden schon wie wild gebloggt haben und zu der ich jetzt noch einen ganzen Absatz verlieren muss:

Was zum Geier denkt sich die Produktionsfirma eigentlich dabei, diesen Film im Jahr 2009 Anfang Februar bereits in den USA in die Kinos zu bringen und hierzulande erst am 30. Juli? Glaubt wirklich jemand daran (Ihr glaubt das sowieso nicht), dass ich tatsächlich bis Juli warte, um diesen Film zu sehen? Dieser Startterminbullshit zwingt die Leute förmlich dazu, sich den Film anderweitig zu besorgen. Ich denke, ich schau' ihn mir an, nachdem ich das hier zu Ende getippt habe. Aber zurück zum Comic.

Darin findet ein Mädchen mit dem Namen Coraline (Ach!) eine abgeschlossene Tür im frisch bezogenen Haus ihrer Eltern. Hinter dieser Tür befindet sich ein Zugang zu einer Parallelwelt, in der eine zweite Mutter und ein zweiter Vater und auch zweite Nachbarn wohnen. Alle haben Knöpfe statt Augen und ihr Verhalten ähnelt dem ihrer realen Pendants, nur etwas schräger, creepier, weirder. Als die zweite Mutter Coraline Knöpfe in die Augen nähen will, flüchtet sie, nur um in der realen Welt festzustellen, das Mami #2 ihre echten Eltern entführt hat und in ihrem seltsamen Paralleluniversum gefangen hält. Coraline reist zurück, um sie zu befreien.

Die Geschichte von Gaiman: fantastisch! Eine Geschichte für Kinder, sehr spooky, aber nie erschreckend. Die Tonalität der Erzählung ist perfekt getroffen, man hat immer diese Stimme im Kopf, die diese kleinen, sehr subtil weirden Sätze aufsagt. „The door opened onto a dark hallway. It was as if the bricks had never been there. There was a cold and musty smell: it smelled like something very old and slow. Coraline went through the door.“

Die Zeichnungen von P. Craig Russell: fantastisch! Konventioneller Strich, aber sehr gutes Auge für die Geschichte, die in den Bildern sehr schön wiedergegeben wird. Auch die Farbgebung bleibt in der Tonalität der Geschichte: eher blass, subtil, in gedeckten Farben gehalten wobei hier, wie auch im Strich, sehr unplakativ zwischen der realen Welt und der Parallelwelt mit Mum2 unterschieden wird. Dort sind die Farben eine Spur grauer, der Strich eine Spur gekräuselter. Sehr gekonnt, sehr super.

Alles in allem ein mehr als fantastisches Comic zu einem wahrscheinlich tollen Roman und ich verspreche, mich ab heute verstärkt Neil Gaiman zu widmen. Der kann was.

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Mehr:
Beim Verlag Harper Collins gibt es eine nicht weniger als 38 Seiten umfassende Vorschau des Comics. Perfekt, um einen anzufixen. Und zum Schluß nochmal das Video mit Neil Gaiman, in dem er über creepy Knöpfe spricht.


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