Warum E-Book-Reader noch kein Massenmarkt sind

In diesem Jahr hätten 2,2 Millionen Deutsche die Absicht, ein E-Book zu kaufen, ergab eine Umfrage des Marktfoschungsinstituts Forsa anlässlich der Leizpiger Buchmesse, die am 12. März beginnt. Von den 14- bis 29-Jährigen plant demnach jeder Zwanzigste den Kauf eines elektronischen Buches in diesem Jahr. (heise.de)

Ich bin ja immer gerne der erste, der „End Of Print!“ schreit, aber ich kann den Buchhandel beruhigen: Trotz der Kindles und Sonys und wie sie alle heißen, ist es noch nicht soweit. Der Kindle ist kein iPod und das hat einen Grund.

Ich hatte jüngst die Gelegenheit mit so einem der aktuellen E-Book-Reader herumzuspielen und das erste, was mir einfiel, war „Boah, ist das unsexy“. Denn genau das ist es: unsexy. Der Bildaufbau geht viel zu langsam von statten und dauert ungefähr eine halbe Sekunde, was im Bereich Bildaufbau keine halbe, sondern eine ganze Ewigkeit ist. Darüberhinaus können E-Book-Reader immer noch lediglich schwarzweiße Seiten darstellen. Das ist noch keine Konkurrenz zum Buch aus Papier, auch wenn die Vorteile der Dinger jetzt schon auf der Hand liegen: Ganze Textsammlungen für unterwegs, WLAN, Wikipedia on board... die Features sind sexy, die technische Umgebung, in denen sie laufen, ist es noch nicht. Ein weiteres sehr gutes Argument gegen E-Books, das ich gestern irgendwo auf Twitter las und das man nicht unterschätzen sollte: „Ich fühle nicht, wie weit ich bin“.

Dennoch: E-Books werden natürlich kommen, noch hat der Buchhandel also Zeit, sich auf den kommenden Strukturwandel einzustellen. Ich gebe ihm noch ein bis zwei Jahre. Vielleicht sogar drei. Spätestens wenn die ersten farbigen E-Paper-Displays kommen (die sind schon in militärischer Entwicklung), ist das Buch die neue CD.