Macht spOnline dumm, Herr Schultz?

Ich habe selten ein so dummes und furchtbar unkompetentes Interview gelesen, wie das von Stefan Schultz mit Twitter-Erfinder Evan Williams. Aber sehr schön, dass dieser dem Journalisten ein paar Perlen vor den Latz knallt, bei denen ich sehr gerne Schultzes Gesicht gesehen hätte. Eigentlich sollte man meinen, ein solcher Artikel wäre einer großen Website im Jahr 2009 mittlerweile eher peinlich, aber scheinbar leben die deutschen Dinosaurier-Medien immer noch im Jahr überdendaumengepeiltso 2002, 2003, halten sich nachwievor für Gatekeeper. Man sollte Journalisten ihren Printchauvinismus einfach mal in den Hals stopfen. Ganz schlimm.

SPIEGEL ONLINE: … oder sie twittern einfach Dinge, die keine vernünftige Zeitung je drucken würde. Das meiste, was auf Twitter kursiert, ist belangloses Geschnatter von zweifelhaftem Erkenntniswert.

Williams: Es ist mir ein Rätsel, warum von jedem neuen Medium verlangt wird, dass es uns plötzlich in Wesen verwandelt, die nur noch Weisheiten absondern. Auch auf Facebook, am Telefon oder beim Smalltalk im Café werden nur selten gehaltvolle Gedanken ausgetauscht, das stört komischerweise keinen mehr.

SPIEGEL ONLINE: Wenn ich schon am Telefon und im Café Belangloses rede, warum sollte ich es dann auch noch auf Twitter tun?

Williams: Weil ich die Möglichkeit habe, viele Menschen gleichzeitig mit meinen Gedanken zu erreichen. Außerdem: Wer sagt denn, dass belangloses Geschnatter wertlos ist?

Macht twittern dumm, Herr Williams? (via Rivva)