Die Dinger in meinem Auge: Mouches volantes

05.03.2009 Misc #Eyes #Storys

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Endlich weiß ich, wie die Dinger in meinem Auge heißen: Mouches volantes. Ich frage ich schon seit Jahren, wie diese Würmer und Algen, Zellen und Teilchen heißen mögen, ich hielt mich als Kind für Superman mit X-Ray-Blick, später dachte ich, ich hätte Seetang im Auge und manchmal dachte ich sogar, das Zeug würde leben. Würmer im Auge, wunderbare Vorstellung. Vielleicht sogar eine winzige Superzivilisation seltsamer Algenwesen, die in meinem Auge herumevolutionieren und ich kann sie dabei beobachten!

Man gewöhnt sich ja an die Teile, an die Superzivilisationen oder Würmer, man nimmt sie gar nicht mehr wahr, nur um dann mal wieder an eine weiße Wand zu schauen und da schwimmen sie wieder, die Eyeworms from outer space, die sich den Weg zu Deinem Gehirn bahnen und sich dazu durch Dein Auge fressen. Pustekuchen, von wegen Aliens. Es handelt sich um banale Glaskörpertrübungen. Mouches volantes. Schade, eigentlich. Snip von Wikipedia:

Als Mouches volantes (französisch wörtlich fliegende Fliegen, deutsch fliegende Mücken und im Englischen auch floater genannt) werden kleine schwarze Punkte, Flecken oder fadenartige Strukturen im Gesichtsfeld bezeichnet, die sich in charakteristisch huschender Weise gemeinsam mit der Blickrichtung verschieben, wobei sie um eine Grundposition herum langsam schwingende Bewegungen ausführen. Sie fallen ganz besonders dann auf, wenn Hintergründe mit relativ wenig dunklen Strukturen betrachtet werden wie zum Beispiel hell gestrichene Wände, blauer Himmel oder Seiten eines Buches beim Lesen.

Mouches volantes werden durch Glaskörpertrübungen hervorgerufen. Diese Trübungen finden sich in nahezu jedem Glaskörper. Sie entstehen durch die physiologische Kondensation von Collagenfibrillen [Strukturprotein des Bindegewebes], die in der Grundsubstanz gelöst sind, zu mikroskopisch kleinen Fädchen und Klümpchen. Mouches volantes lassen sich durch Schatten- und Beugungseffekte an diesen Kondensaten erklären, die umso stärker sind, je mehr Licht ins Auge fällt und umso deutlicher gesehen werden, je näher die Kondensate vor der Netzhaut liegen.

Im Deutschen heissen die Teile also „fliegende Mücken“. Auf englisch „floaters“. Und da kommt mir noch einer mit der tollen, deutschen Sprache. Ich habe lieber Floater als Mücken im Auge.

(via Cyn-C)