Danke.

04.02.2009 Misc
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revok

Als Mensch, der in dieses Internet schreibt, ist man es gewohnt, dass die Leute nicht verstehen. Weil sie von allen Seiten mit diesem Humbug zugeballert werden, das Internet wäre „virtuell“. Das Netz sei „nicht real“. Bullshit.

Deshalb klingt es vielleicht seltsam für den ein oder anderen, aber: Die Kommentare und Mails zu meinem Boxer haben geholfen. Jede einzelne Mail, jeden einzelnen Kommentar habe ich gelesen – so wie immer, übrigens – und jede Nachricht von Bekannten oder Unbekannten waren eine Stütze… ein Pixel einer Stütze, mit der ich die vergangenen drei Tage, die schlimmsten meines bisherigen Lebens, überstehen konnte.

Dafür will ich mich bedanken: Danke!

Ich habe in den vergangenen drei Tagen seit dem Tod meines Vaters viel gelernt. Über mich, über meine Mutter, meine Familie, meine Freunde. Darüber, wie man selbst die strangesten Verhaltensweisen einfach sagen kann und jeder versteht. Weil es okay ist, wie es ist. Weil der Tod zum Leben gehört und weil irgendwie auf eine sehr seltsame Art alles gut ist.

Mein Vater war ein 160kg schwerer, sehr stolzer Mann, der viel zu gerne gegessen hat, bis zum Ende stark wie zwei Ochsen. Er hatte ein künstliches Hüftgelenk, das schmerzte wie Sau, konnte aber doch die Sitzecke neulich mit einer Hand auseinandernehmen. Dennoch hat er seine Krücken nie benutzt und es ist irgendwie gut, dass er nie der Pflegefall wurde, auf den er zusteuerte. Der Stolz. Sein Stolz. Mein Vater.

Am Freitag ist die Bestattung, davor werde ich ihn nochmal sehen. Und wahrscheinlich zusammenbrechen. Vielleicht. Vielleicht auch nicht, denn die Ochsenstärke habe ich von meinem Vater geerbt, nicht die körperliche, die mentale. Ich kann was ab. Dachte ich.

Immer wieder: Das Flennen, das hemmungslose Rumheulen, weil man im Haus irgendein Item entdeckt. Das Geschenk, das ich ihm neulich zu Weihnachten machte, der Moment an seinem leeren Bett, seine Kette mit dem Buddha, die mir Mami in die Hände legte. Das ist/war das schrecklichste/schönste, was man erleben darf/muss. Und dazwischen immer wieder Kommentare, Mails. Von Euch. Ich habe auf die meisten Mails nur mit „Danke“ geantwortet, weil mir zu mehr die Kraft fehlt. Eigentlich hätte ich tausend Worte tippen können, so wie jetzt.

Dein Post hat dazu geführt, dass ich das erste Mal seit langem wieder den Anruf meines Vaters angenommen habe.

Ich weiß nicht mehr, wer das geschrieben hatte, aber ich habe Rotz und Wasser geflennt. You are Los Awesome und ich liebe das Internet. Weil es diesen Teil dieser Erfahrung möglich machte. Weil Ihr dabei wart. Auf so 'ne Art.

Danke!