Black

04.02.2009 Misc
Warning: Invalid argument supplied for foreach() in /home/nerdcore/public_html/wp-content/themes/NC12/single.php on line 65

Share: Twitter Facebook Mail

Und dann irgendwann die banale, aber nicht unwichtige Erkenntnis: Ich habe gar keine schwarzen Klamotten. Nur blaue Jeans, nur bedruckte Shirts und eine schwarze Jacke, die aber zu Berlin-Style ist, um sie zur Bestattung zu tragen.

Also muss ich raus, obwohl ich nicht will, unter normale, ahnungslose Menschen, die momentan nur schwer zu ertragen sind, in die Straßenbahn zu den Kids mit ihren plärrenden Handys, die man ihnen am liebsten ins Maul stopfen würde. Aber es hilft ja nix, ich habe ja keine schwarzen Klamotten. Und weil man keinen Nerv auf die Sucherei hat, geht man zur erstbesten (und hübschen, soviel normales Leben muss sein) Verkäuferin und sagt ihr gradeheraus, worum es geht und was man braucht, woraufhin man schnell, freundlich und zuvorkommend bedient wird. Schön.

Vielleicht noch eine DVD vom Grabbeltisch mitnehmen und auf einmal irrt man eine oder zwei Stunden durch die Gänge, weil man eigentlich gar nicht sucht, sondern nur läuft. Einen Fuß vor den anderen, einfach weiter. Der Verkäufer schaute mich schon scheel an, hätte ich auch gemacht, ich wirke derzeit wahrscheinlich sehr strange auf die Leute da draußen. Was okay ist, es ist mir egal.

Schließlich findet man den einzigen Film, den mir mein Vater jemals empfohlen hat. Er war kein Typ für Filme – das mit den Filmen, das habe ich von meiner Mutter. Er hatte ja nicht mal Rocky gesehen. Und das als Ex-Boxer, unfassbar, mein Dad. Nichtmal Rocky.

„'Gesprengte Ketten', super Film, super Action“ hatte er damals zu mir gemeint, das ist mehr als 20 Jahre her und es wäre gelogen, würde ich behaupten, dass ich mich daran noch ganz genau erinnern kann. Den Film habe ich mir aber damals angesehen. „Gesprengte Ketten“. Die DVD läuft grade. Und ich besitze schwarze Klamotten.