Im Gehirn eines Hochbegabten

Gepostet vor 8 Jahren, 6 Monaten in #Misc #Science #Creativity #Neuroscience

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Telepolis hat einen hochinteressanten Artikel über Daniel Tammet, einem autistischen Inselbegabten, der dank 8 Geschwister Kommunikation lernen musste und der 22.000 Kommastellen von Pi aus dem Gedächtnis aufsagen kann. Der hat nun ein Buch geschrieben, in dem er aus seiner Welt berichtet und er sieht Zahlen… und sie haben Stimmungen. Diese Absätze hier haben mir grade das Gehirn verknotet:

"Ich habe abstrakte Informationen – beispielsweise Zahlen – immer in visueller, dynamischer Weise gedacht", berichtete Tammet dem Wissenschaftsmagazin [extern] Scientific American. Zahlen und Wörter sind für den Briten nicht einfach dürre schwarze Zahlengerippe und Buchstabenfolgen, sondern sie haben eigene Formen und Farben, sogar eigene Persönlichkeiten, wandeln sich, sind lebendig. "Zahlen sind meine Freunde... Jede ist einzigartig und hat ihre ganz eigene 'Persönlichkeit'. Elf ist freundlich und Fünf ist laut, während Vier still und schüchtern ist...", führte Tammet in seiner Autobiografie aus. Wenn er zähle, bildeten die Zahlen Bilder und Muster vor seinem inneren Auge.

[…]

Der Direktor des Centre for the Mind an der Universität von Syndey [Allan Snyder] geht davon aus, dass Savant-Fähigkeiten in allen Menschen angelegt sind und die meisten sie nur niemals erschließen. Wie auch andere Wissenschaftler nimmt Snyder an, dass die Extrembegabten einen besseren Zugang zu ungefilterten Daten in ihrem Gehirn haben. Den Grund dafür sieht er in einer Besonderheit der Gehirnfunktionen: Snyder vermutet, dass in den Gehirnen der Savants bestimmte höhere kortikale Funktionen quasi ausgeschaltet sind, die normalerweise dafür sorgen, dass Zusammenhänge hergestellt und Details darüber vernachlässigt werden.

Snyder sieht sich in seiner These durch Versuche am lebenden Objekt bestätigt: Der Forscher schaltete bei Freiwilligen mittels magnetischer Impulse vorübergehend bestimmte Areale des Gehirns aus. Das Ergebnis der Versuche war Synder zufolge, dass alle Versuchspersonen nach der Behandlung genauer zeichneten oder schwierige Kalkulationen besser durchführen konnten als zuvor.

"Ich habe keinen Supercomputer in meinem Kopf", Daniel Tammets Blog

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