spOnline-Artikel über Meme, Evolution und Terminator

Meh, ich schreibe seit zwei Wochen an einem Text über Evolution, Vernetzung, Meme und die Kopie, der Text fasste praktisch alles zusammen, was es gibt – Vom Affen über Buchdruck zum Internet zu neuartigen, sozialeren Gesellschaften aufgrund von Technologie. (Tatsächlich habe ich nur einmal angetrunken alles runtergetippt, was mir zu diesem hochinteressanten Thema einfiel, das wurde dann zu diffus und hintenraus verfranste ich mich zunehmendst, weshalb ich das Thema erstmal liegenließ... für irgendwann mal).

Genau dieser Text steht jetzt bei spOn, minus den sozialen Aspekt, plus mehr Wissenschaft, also nicht mein Text sondern einer von Susan Blackmore, Gastdozentin an der University of the West of England in Bristol. Der ist aber genau so superinteressant und WTFig, wie ich meinen gerne gehabt hätte.

Überall um uns herum vermehren sich Techno- Meme und bereiten sich darauf vor, die Kontrolle zu übernehmen. Sie selbst wissen es nicht, denn sie sind einfach egoistische Replikatoren, und sie tun, was alle egoistischen Replikatoren tun: Sie lassen sich kopieren, wo immer und wann immer es geht, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen.

Im aktuellen Fall verwenden sie uns als menschliche Mem-Maschine für die erste Stufe ihres Kopiervorgangs, bis etwas Besseres auftaucht. Künstliche Mem-Maschinen werden ständig besser, und der Schritt, der alles verändern wird, wird darin bestehen, dass diese Maschinen selbstreplizierend werden. In diesem Augenblick werden sie uns nicht mehr benötigen. Ob wir leben oder sterben, ob der Planet für uns bewohnbar ist oder nicht - all das wird für ihre weitere Evolution ohne Belang sein.

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Nachahmung ist eine Art des Kopierens. Die Affen kopierten Bewegungsabläufe und Töne und erzeugten neue Variationen und Kombinationen alter Bewegungsabläufe und Töne. Und so setzten sie einen neuen Replikator frei: das Mem. Nach wenigen Millionen Jahren hatten sich die ursprünglichen Affen vollkommen verwandelt: Sie entwickelten ein riesiges Gehirn und geschickte Hände, und ihre Kehle und ihr Brustkorb waren umgemodelt, so dass sie Töne und Bewegungsabläufe genauer kopieren konnten. Aus ihnen waren Mem-Maschinen geworden.

Wir wissen nicht, ob es irgendwo draußen im Universum weitere Planeten mit zwei Replikatoren gibt, denn deren Bewohner könnten uns das gar nicht mitteilen. Was wir jedoch wissen, ist, dass unser Planet zurzeit die Geburtsstunde eines dritten Replikators erlebt – ein Schritt, der eine interplanetarische Kommunikation ermöglichen würde.

EVOLUTION 3.0 – Wie Maschinen uns eines Tages versklaven könnten