Bye Bye A.

30.12.2008 Misc #Death #Storys

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P. sieht aus wie ein kleiner Junge, dabei ist er über Fünfzig. Er arbeitet irgendwo und macht irgendwas mit Verträgen, mit seiner Frau, der A., lebte er in einer Doppelhaushälfte in der Nachbarschaft. Die beiden haben keine Kinder, kümmern sich dafür aber umso liebevoller um ihren Garten. P. übernahm immer den hinter dem Haus, A. den davor. Ich hatte mit P. eine Weile denselben Weg zur Arbeit, man sprach über dies und das, Politik und Ostereier, welche Rocksongs der Siebziger die besten seien – er schwor immer auf Steppenwolf, ich auf Led Zeppelin.

Ich beobachtete A. manchmal bei ihrer Gartenarbeit von meinem Liegestuhl auf dem Balkon im Sommer, so wie faule Menschen eben gerne anderen bei der Arbeit zusehen. Ich kannte sie nicht so gut, wie P., aber man unterhielt sich manchmal ganz nett über dies und das, nicht über Rocksongs, eher über die Marder, die ab und zu aus den Feldern in die Ränder des Dorfs eindringen und allerlei Blödsinn anstellen. Ich weiß noch genau, wie sie aussah, die A., die grauen schulterlangen Haare, das freundliche Gesicht mit den Lachfalten.

A. ist gestern gestorben. An Krebs, an einem Hirntumor. Im Sommer war sie noch im Garten zugange. Mach's gut, A., und danke für die Marder-Storys.