Laika – Die Geschichte des ersten Erdbewohners im All als Comic

Ich habe mir grade auf der Fahrt nach Hause das Comic „Laika“ von Nick Abadzis (Autor) und Hilary Sycamore (Illustrator) durchgelesen und meine Güte, ist das ein fantastisches Comic.

Darin beschreibt Abadzis die Lebensgeschichte von Laika, dem ersten Erdenbewohner im Weltall, einer streunenden Hündin, die 1957 von den Russen ins All geschossen wurde. Die fiktive Vorgeschichte von Kudrjawka (der eigentliche Namen der Hündin) von Geburt bis zur Aufgreifung als Streuner in Moskaus Straßen, verwebt er auf wunderbare Weise mit den Leben von Chief-Designer Sergei Pavlovich, dem Schöpfer von Sputnik, Liliana, der ursprünglichen Besitzerin Leikas und Yelena Dubrovsky, Leikas Pflegerin während des Raumfahrtprogramms.

Das wunderbare an diesem Comic sind nicht etwa die recht groben Zeichnungen, die jedoch hervorragend die Stimmung in Russland wärend des kalten Kriegs wiedergeben oder dass es eine weitere ergreifende Tiergeschichte ist (was es ist!), sondern dass die wunderbare Erzählweise, die Storyline, die in der Zeit umherspringt, die detailierten Charaktere, eine echte Identifikation mit den Hauptfiguren zulassen, egal ob es grade um den vom Gulag traumatisierten Chief-Designer geht, oder Leikas Pflegerin, die zwischen Ihrer Pflicht und der Tatsache hin- und hergerissen ist, dass Leikas Reise eine ohne Rückfahrtticket ist und genau weiß, dass ihr der sichere Tod bevorsteht.

Und dazwischen: Kudrjawka. Leika. Ein vom Leben gequältes und verstoßenes Tier, das vom Fliegen träumt, im Raumfahrtprogramm ein schönes Zuhause findet und dort sein Schicksal findet. Good Dog. Trust me. Good dog. Wenn Yelena gegen Ende Leika noch einmal einen Napf Wasser in die Rakete bringt und dann der Satellit verschlossen wird, dann hat man einen Klos im Hals und schließlich tritt Leika ihre letzte Reise an. Into Space.

Ich kann gar nicht fassen, dass ich vorhin beim Lesen eines Comics tatsächlich eine Träne weggedrückt habe, aber diese Geschichte ist so unheimlich herzerwärmend erzählt, wer bei dieser Story nicht mitfühlt, kann nur ein schlechter Mensch sein. Wenn man nur ein Comic 2008 lesen will (oder 2009, ist ja nicht mehr allzulange hin), dann sollte es „Leika“ sein. Mein Comic des Jahres.

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