Evangelikale setzen Schülerzeitung unter Druck

Das Thema dürfte bekannt sein, Stefan fasst nochmal zusammen:

Die Rassisten von „Politically Incorrect”, die sich für Christen haltenden Hassprediger von „Kreuz.net”, die rechtskonservativen Publizisten der „Jungen Freiheit” und diverse evangelikale Gruppen empören sich, dass in der Zeitung „Q-rage”, die mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in hunderttausendfacher Auflage an den Schulen verteilt wird, ein kritischer Artikel über evangelikale Christen und das umstrittene „Christival” steht.

Strittig ist vor allem wohl das Begleitschreiben von Thomas Krüger, dem Präsidenten der bpb.

In der Zeitung finden sich interessante Informationen, wie islamistische und evangelikale Gruppen, die wichtige Freiheitsrechte in Frage stellen, Jugendliche umwerben.

Dass sich die Evangelikalen da ein wenig pikiert geben, ist verständlich. Unverständlich ist allerdings, dass die Bundeszentrale für politische Bildung sich nun vom Artikel distanziert und den Druck auf die Schülerzeitung abgibt. Scheiße fliest eben von oben nach unten, wenn sie dann aber Schüler abbekommen, sehe ich rot. Denn man kann Evangelikale mit zwei einfachen Zitaten sehr wohl in der verfassungsfeindlichen Ecke sehen.

Der Evangelikalismus (vom englischen evangelicalism) ist eine theologische Richtung innerhalb des Protestantismus, die sich auf die Irrtumsfreiheit der Bibel als zentrale Grundlage christlichen Glaubens beruft. (Wikipedia)

Die Worte „Bibel“ und „Irrtumsfreiheit“ lassen meine Zehennägel im Kreis rollen, die Diskussion um den Fiktionsgehalt der Bibel hatten wir ungefähr vor einem halben Jahr hier und ich bleibe dabei: Ich hab' Recht. Die Bibel ist ein zusammengestöppelter Text von tausend Autoren, immer wieder umgeschrieben, und er strotzt nur so von Märchen und Mythen. Was nichts an der Bedeutung des Buches für die westliche Welt schmälern soll, aber die Bibel ist und bleibt ein Märchenbuch, in dem Stellenweise furchtbare Dinge propagiert werden.

“So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben.”
(4. Mose 31,17-18)

Wenn sich jetzt also eine Vereinigung hinstellt und meint, Sätze wie der obige seien irrtumsfrei, dann bezweifle ich neben dem gesunden Menschenverstand dieser Leute doch stark die Freiheits- und Verfassungsliebe dieser Vereinigung. Gut, dass sich Schüler mit solchen Gruppen beschäftigen und wie geschehen bei Bedarf blosstellen. Und wenn sich nun die bpb in einem feigen Akt den religiösen Lobbyisten beugt und sich vom Artikel distanziert, dann ist das schlicht ein Skandal.