Die Toten Hosen live in Berlin

Disclosure: Derzeit wird in der Sidebar nicht oft, aber doch ab und zu ein Banner für ein Toten Hosen-Special eingeblendet. Das hat nichts mit diesem Posting zu tun und ist tatsächlich reiner Zufall. Kann man glauben oder nicht, mir völlig wurscht und wer deshalb meckern will, kann mir mal das Gehänge kraulen.

Gestern abend war ich in der dieser Halle, die nach einem Mobilfunkanbieter benannt ist, und habe mir die Hosen angesehen. Ich könnte jetzt so alibimäßig schreiben: War ja dank Gästeliste umsonst und die Hosen fand ich ja nie so dolle, aber was man hat, hat man und überhaupt, alles Prolo und eigentlich ja blöd und doof und so. Nur, irgendwie... ich fand's toll! Also jetzt nicht auf die Arcade-Fire-Indiemuckertum-Artundweise toll, aber trotzdem: Schön war's!

Ich streite mich ja immer mit meiner Erinnerung, welches mein allererstes Konzert war: Das von den Hosen in der Stadthalle in Offenbach in ihrer „Rote Rosen“-Phase, oder das von den Rodgau Monotones. Übrigens gibt es Berliner, die „Erbarme', die Hesse' komme'“ der Monotones nicht kennen. Schämt Euch! („He, was machst dann du mit mei'm Pladdespieler ?“ – „Kaputt.“ – „Du Drecksack !“) Ich glaube, es war das Konzert der Hosen, damals mit 14 oder 15 im Innenraum auf die Fresse geflogen und so und damals schon: Schön war's!

Campino ist natürlich ein Routinier mit dem Publikum. Zwischen jedem Lied eine kurze Ansprache, in der er die Leute lobt, weil sie so super sind, die Setlist gekonnt aus dem kompletten Schaffen der Hosen zusammengestellt, schöne Lightshow und das Shirt wird irgendwann auch ausgezogen, na klar, dann noch ein bisschen Stagediving (für einen Mann von 46 Jahren übrigens: Respekt!), fertig ist die Hosen-Show. Natürlich ist das alles perfekt inszeniert, so perfekt man eine Punk-Show inszenieren kann. Und natürlich ist das alles auch sehr prolo, aber ich bin eben auch ein bisschen prolo ab und zu und deshalb mochte ich das Konzert gestern sehr gerne.

Es war zwar so, dass, als Arnim von den Beatsteaks die Bühne betrat um mit den Hosen „Hand in Hand“ zu spielen, ungefähr doppelt soviel Whooohoo in der Halle los war, als bei den Hosen am ganzen Abend und Campinos Grrrr-Singerei nervt ja auch ein bisschen, aber das ist alles ziemlich wurscht, wenn Campino eine Trompete auspackt (!), mit der Band ein bisschen Lounge-Mucke spielt (!!), die dann mirnichtsdirnichts in „Eisgekühlter Bommerlunder“ mündet und die Hosen einem auf einmal die Ohren wegblasen.

Am besten war übrigens der kleine Piefke, der die kompletten zwei Stunden gepogt und getanzt und die Fäuste gereckt und eine Totenkopf-Fahne geschwenkt hat. Und dann am Ende ein Medley aus den ganz frühen Sachen. Die Jungs von der Opelgang in der Schwarzwaldklinik. Und ich war für ein paar Minuten wieder 14. Und ein bisschen prolo. Super!