Elektrischer Reporter über Urheberrecht im Internet


(ER Direktcopyright)

Der Elektrische Reporter wird immer besser: die erste Folge über Twitter war nett, aber nichts, was ich so richtig richtig spannend fand, die zweite Folge hatte ich letzte Woche bereits und die dritte ist eine ziemlich komplette, allumfassende Zusammenfassung der Urheberrechts-Problematik in diesem Internetz, von dem so viele reden, und es kommen praktisch alle zu Wort: Künstlerschnösel Johannes Kreidler, dessen Aktionen mir aber trotz Schnöseln irgendwie sympatisch sind, Dieter Gorny und ein Dings von der CDU, die Internetsperren super finden bis hin zu einem Herren der EFF, der sinngemäß sagt, wie es ist: Das Urheberrecht ist im digitalen Zeitalter in seiner jetzigen Form schlicht nicht anwendbar, get over it. Das Video bietet regelmäßigen NC-Lesern garantiert nichts neues, das aber super produziert und auf die wichtigsten Thesen eingedampft.

In jedem Kinderzimmer steht ein Filmkopierwerk, auf jedem Schreibtisch eine Plattenpresse, und das Internet ist ein riesiger Piratenmarkt für kostbare Kreativ-Inhalte. So sieht es die Entertainment-Industrie und versucht mit immer neuen Maßnahmen, Raubkopien zu bekämpfen - bisher wenig erfolgreich.

Mit dem Urheberrecht können aber nicht nur Tauschbörsen-Nutzer in Konflikt geraten, sondern auch all jene, die sich im Netz kreativ betätigen: Wenn die Grenzen zwischen öffentlich und privat verschwimmen, wenn Konsumenten selbst Medienproduzenten werden, kann plötzlich das private Karaoke-Video im Web rechtliche Folgen haben.

Muss das Urheberrecht endlich im Netz schärfer durchgesetzt werden - oder müssen eher die Gesetze der digitalen Realität angepasst werden?

Urheber 2.0: Jeder Nutzer ein Pirat?