LAPP-Lightwriter gewinnen den deutschen Preis für Wissenschaftsfotografie


E.E.L.S. – Die Wissenschaft im Auge

Das Projekt LAPP-PRO hatte ich vor rund einem Vierteljahr hier bereits vorgestellt und jetzt haben die Jungs mit dem Bild „E.E.L.S. – Die Wissenschaft im Auge" den deutschen Preis für Wissenschaftsfotografie gewonnen, herzlichen Glückwunsch! JanLeonardo Wöllert und Jörg Miedza stellen mir die Fotografie exklusiv zur Verfügung und haben noch ein paar Zeilen zur Technik und Vorgehensweise rund um die Light Art Perofmance Photography geschrieben.

Das Foto „E.E.L.S. – Die Wissenschaft im Auge“ ist an der Universität Bremen in Zusammenarbeit mit der Forscherin Prof. Dr. Petra Swiderski und dem Wissenschaftler Dr. Arno Mann entstanden. E.E.L.S. ist die Abkürzung für Elektronen Energieverlust Spektroskop. Normalerweise findet in diesem Labor – nicht sichtbar – Elektronen-Energieverlust-Spektroskopie statt, bei der Metalle, Legierungen und Keramiken mikrochemisch untersucht werden.
Diesen Vorgang haben die beiden Lichtkunstfotografen JanLeonardo Wöllert und Jörg Miedza mit Licht visualisiert und nachgestellt. Mit einer speziellen Elektrolumineszenz Leitung (die wie eine von innen beleuchtete Plastikwäscheleine wirkt), wurde der Blick des Wissenschaftlers erzeugt. Die gelbe Lichtkugel stellt das Elektron dar und wurde mit einer rotierenden Flächenlampe umgesetzt.

Im Mittelpunkt dieser Fotografie steht eine neue fotografische Technik, die im laufe des Jahres 2008 in Bremen entwickelt wurde. Die Light Art Performance Photography (kurz LAPP) ist eine Symbiose aus Langzeitbelichtung und performter Lichtkunst. Übersetzt heißt LAPP Lichtkunst-Aufführungsfotografie und beschreibt den Ablauf und die Abfolge von Einzelschritten in einer Gesamtperformance.
Die E.E.L.S. Fotografie besteht aus 14 Einzelschritten die während dem öffnen und schließen der Blende in einer einstudierten Performance aufgeführt wurden.

Neben den Lichtformen, Lichtgestalten und Lichtgebilden, sind vor allem die sichtbaren Umgebungen von großer Bedeutung. Die aufwendig ausgewählten Szenerien und recherchierten Hintergründe bringen je nach Lichtelement die gewünschte Stimmung oder Geschichte. Die Harmonie zwischen Hintergrund, Lichtgestaltung und das manchmal fremdartig wirkende harte Licht machen die besondere Wirkung der Light Art Performance Photography aus. Viele LAPP Kompositionen bestehen aus bis zu 20 Einzelschritten, die in einer Performance zusammengefasst sind und eine solch aufwendige Fotografie erst möglich machen.

Durch die Fähigkeit komponierte und einstudierte Lichtbewegungen sowie spezielle technische Herangehensweisen in einer Performance zu vereinen, kann diese Dynamik in Langzeitbelichtungen festgehalten werden. Noch finden sich in der Lichtkunst-Szene keine vergleichbaren Fotografien die derart präzise konstruiert, ausgestaltet und performt sind. Es gibt verwandte Techniken die ebenfalls mit Licht arbeiten, beispielsweise das Lichtzeichnen, das Lightpainting oder das Lightwriting. Diese Techniken konzentrieren sich darauf, das durch Licht Gezeichnete in den Mittelpunkt zu stellen.

LAPP entsteht nicht am Computer und ist kein Resultat überlagerter Ebenen, LAPP entsteht in Echtzeit zwischen dem Öffnen und Schließen der Blende einer Spiegelreflex-Kamera.

LAPP – Light Art Performance Photography